B75 in Marmstorf

Lkw-Albtraum für die Bremer Straße

Schon jetzt leiden die Anwohner der Bremer Straße in Marmstorf unter dem Verkehrslärm. Im Durchschnitt 1600 Lkw rollen lärmend über den Asphalt. Und in Zukunft sollen es noch viel mehr werden. Denn das aktuelle Gutachten zur Verkehrsentwicklung im Hamburger Süden geht davon aus, dass 2025 täglich 3500 Brummis über die Querverbindung zwischen den Autobahnabfahrten Marmstorf und der Stadtautobahn fahren.
Bremer Straße

Gestern Nachmittag an der Bremer Straße: einer von 1600 Lastwagen, die innerhalb von 24 Stunden über diesen Teil der B75 fahren.

Harburg. Burkhard Baum wohnt in einem roten Klinkerhaus gegenüber der Shell-Tankstelle: "Nachts, wenn die Lkw vorbeifahren, wackeln bei uns die Wände." Andere Anwohner berichten von Rissen in den Wänden. Jolanta Gizewski (44) wohnt in einem weißen Haus mit einem gepflegten Garten. Ihre Tochter geht in die neunte Klasse. Nachts wird sie von dem Verkehrslärm oft wach und ist dann in der Schule unausgeschlafen.

Für diesen Marmstorfer Teil der Bremer Straße rechnen die Gutachter mit der größten Steigerung des Lkw-Verkehrs auf allen Straßen im Hamburger Süden - größer als auf den Autobahnen A1, A7 und der Reichsstraße. Um die Verkehrssituation an der B75 in den Griff zu kriegen, empfehlen sie nicht nur die bereits geplanten Abbiegespuren an der Kreuzung zur Friedhofstraße, sondern auch den Bau der Hafenquerspange: "Auf diese Weise kann die Wohnqualität der dortigen Anwohner stark verbessert werden - bei gleichzeitiger Gewährleistung der Erreichbarkeit der Hafengebiete." Noch hat der Bund das Geld für die Autobahnverbindung zwischen A7 und A1 nicht bereitgestellt.

Ähnlich bitter sind die Ergebnisse für den Marschkamper Deich in Neuenfelde. Hier wird eine Verdoppelung des Verkehrs von 200 auf 400 Lkw am Tag vorausgesagt. Durch die enge Wohnstraße quetschen sich die Schwertransporter auf dem Weg zu Airbus. Die Gutachter gehen davon aus, dass im Prognosejahr unter anderem die Ortsumgehung Finkenwerder und die A26 bis zur A7 fertiggestellt sind. Zwischen der neuen Autobahnausfahrt Rübke und dem Flugzeugbauer liegt der Marschkamper Deich.

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Das Gutachten

Das "Gesamtmobilitätskonzept für den Süderelberaum" wurde noch zu Zeiten der CDU/GAL-Regierung in Auftrag geben. Der Schlussbericht des Gutachtens liegt bisher nur als Entwurf vor. Dieser wird unter anderem von Harburgs Politik besprochen, abgesegnet und dient dann als Grundlage der Verkehrsplanung. Erstellt wurde das Gutachten von dem Büro TCI Röhling.