Nach Methadon-Tod von Chantal
Beschlossen: 1300 Pflege-Familien werden überprüft
Als Konsequenz aus dem Methadon-Tod der elfjährigen Chantal hat die Hamburger Sozialbehörde gestern die Auswahlkriterien für Pflegefamilien verschärft. Alle Bewerber und die in ihrem Haushalt lebenden Menschen müssen künftig ein Gesundheitszeugnis mit Drogentest vorlegen und dürfen im Führungszeugnis keinen Eintrag haben.
Wilhelmsburg. Zudem sollen alle 1300 Hamburger Pflegefamilien bis zum 15. Februar überprüft werden, um die Lebensumstände noch einmal genau unter die Lupe zu nehmen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gibt es auch Vorermittlungen gegen die Verantwortlichen im Fall Chantal.
Das Mädchen starb am16. Januar in Wilhelmsburg an einer Vergiftung mit der Heroin-Ersatzdroge Methadon. Das Kind lebte bei Pflegeeltern, beide sind drogenabhängig und in einem Methadon-Programm. In Wilhelmsburg war 2009 auch das neun Monate alte Baby Lara Mia ums Leben gekommen, das Mädchen war abgemagert bis auf Haut und Knochen. Nach einem Bericht der "Hamburger Morgenpost" soll es am Freitagabend einen Schweigemarsch für Chantal und Lara Mia in Wilhelmsburg geben, organisiert von einer Mutter, die Chantal kannte. Über das soziale Netzwerk Facebook haben bereits mehr als 200 Menschen ihre Teilnahme zugesagt.
