Ausbildung
Elektrofirmen ohne Nachwuchs
Licht an, Licht aus, Internet in High-speed-Qualität, Sensortechnik rund ums Haus - heute längst ein Job für hochqualifizierte Fachleute. Ist das der Grund, warum kaum jemand Elektriker werden will? Oder besser gesagt: Elektroniker. So heißt der Beruf heute, der schon lange kaum noch etwas mit "Strippen ziehen" im Rohbau zu tun hat.
Harburg/Wilhelmsburg. Und auch wenn die Handwerkskammer Hamburg von einer "Steigerung der freien Lehrstellen" spricht, klagen viele Innungen über zu wenig geeignete Bewerber. Im Elektrohandwerk ist der Mangel eklatant, wie ein Blick in die Lehrstellenbörse der Handwerkskammer zeigt.
Josef Katzer, Präsident des Handwerkskammer, sagt es so: "Schöner kann die Situation für einen Auszubildenden nicht sein. Er ist gewünscht und wird gebraucht." Das allein scheint aber nicht auszureichen, um das Handwerk in einem neuen Licht für die jetzt 16- bis 18-Jährigen interessant zu machen. Allein die Hartmann Elektrotechnik GmbH in Wilhelmsburg möchte im kommenden Jahr zehn Auszubildende einstellen: Elektroniker, Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik. Gefunden sind aber erst vier. Und die Bewerbungsfrist geht zu Ende. Ausbildungsleiter Vincent Meisel: "Wir warten jetzt noch auf die Abiturienten." Er bemerkt, dass es etwa 80 Prozent der Bewerber nicht einmal bis zum Vorstellungsgespräch schaffen: "Der Beruf ist sehr anspruchsvoll geworden. Es geht eben nicht mehr um das Verlegen einer Steckdose bei Oma Erna, sondern um Netzwerktechnik, Kommunikationstechnik sowie die Stromvernetzung in Gebäuden und Industrieanlagen." Ähnlich wie den Elektro-Unternehmen geht es auch im Klempnerbereich, im Bauhandwerk und selbst an der Berufsakademie des Handwerks zu.
