Protest
Maulkorb für Harburgs Schulleiter?
In einem offenen Brief an die Hamburger Schulbehörde hatten Harburgs Schulleiter die Umsetzung des Projekts "Hamburg Süd" gefordert. Jetzt hat die Behörde reagiert. In einem Schreiben an die Schulleiter heißt es, "dass die Schulbehörde vor Februar nichts entscheiden wird", so einer der angeschriebenen Harburger Schulleiter, der anonym bleiben möchte, gegenüber den HAN. Für ihn ist das Schreiben die enttäuschende Botschaft, "dass man auf unser Anliegen nicht weiter reagiert".
Harburg. Als politischen Zündstoff wertet Helga Stöver, schulpolitische Sprecherin der Harburger CDU, das Schreiben: "Mit diesem Brief soll den Schulleitern ein Maulkorb erteilt werden." Das sei ein falsches Signal. Denn gerade wenn es um die Zukunft der Schulen geht, "muss diese Meinungsäußerung ernst genommen werden". Vier Harburger Schulleiter hatten den "Brandbrief" stellvertretend für alle Leiter der allgemeinbildenden Schulen Harburgs unterzeichnet. Alle hätten jetzt die Replik der Schulbehörde erhalten. Ein Schulleiter wiederholte seine Kritik: "Die Behörde meint, dass Harburg bevorteilt wird. Aber es gibt vertragliche Zusagen, und die sollte man einhalten."
Kernpunkt des Streits: 2007 hatte der damalige CDU/GAL-Senat einen auf 25 Jahre angelegten Vertrag mit der Saga/GWG geschlossen, unter anderem um 32 Harburger Schulen zu sanieren. Bisher erneuert wurden zwölf. 20 Jahre vor Ablauf der Vereinbarung hat die Schulbehörde unter SPD-Senator Ties Rabe nun geäußert, man "werde mit Schulplanern und Baufachleuten sämtliche Bau- und Sanierungsmaßnahmen Schritt für Schritt in eine richtige Reihenfolge bringen" - für ganz Hamburg ohne eine Sonderrolle Harburgs. Ein Harburger Schulleiter hierzu: "Wir wollen keine Extrawurst für Harburg. Wir wollen, dass die vereinbarten Verträge erfüllt werden." Die Schulbehörde bleibt hart. Man werde sich "von öffentlichen Briefen nicht unter Druck setzen lassen", hieß es auf HAN-Nachfrage.
