Islam-Taxi

Muslim-Taxi: Eine gute Idee?

"Ich fahre regelmäßig von Norderstedt nach Hamburg und kann gern einen Bruder mitnehmen" - so oder ähnlich klingen die Angebote auf seiner Website. Das MuslimTaxi ist europaweit die erste islamische Mitfahrzentrale zur Vermittlung von Mitfahrgelegenheiten innerhalb Deutschlands.

Harburg. Gegründet hat sie der Hamburger Student Selim Reid (24). Reid, gebürtiger Iraker: "Die Idee für das Muslim-Taxi kam mir, weil viele Brüder und Schwestern sich beschwerten, dass sie nicht mit der herkömmlichen Mitfahrzentrale reisen können. Beim MuslimTaxi wird die nach den Regeln des Islam vorgegebene Geschlechtertrennung umgesetzt: Eine weibliche Fahrerin etwa nimmt nur Frauen als Reisende mit. Dabei ist es unwesentlich, ob sie eine bedeckte Muslima ist oder die Haare offen trägt.

Auch Nicht-Musliminnen können Mitfahrgelegenheiten anbieten." Das Angebot des Muslim-Taxis richtet sich dabei nicht nur an Muslime, wie Reid betont: "Auch Nicht-Muslime sind herzlich willkommen. Während der Fahrten kommen so Muslime und Nicht-Muslime ins Gespräch und tauschen sich aus über den Islam." Auch Nicht-Musliminnen, die nicht längere Strecken mit einem fremden Mann fahren möchten, zeigten Interesse am MuslimTaxi, berichtet Reid. "Aber natürlich wird das Angebot bisher meist von Musliminnen genutzt."

Eine von ihnen ist die Deutsch-Russin Julia S., 20 Jahre, aus Langenhorn. Mit 16 Jahren konvertierte sie zum Islam. Sie trägt die Abaya, die lange, mantelartige, traditionell islamische Bekleidung. "Ich bin bisher einmal mit dem Muslim-Taxi nach Hannover gefahren, um Verwandte zu besuchen", sagt sie, "eine Schwester hat mich gefahren. Der Islam schreibt eine Geschlechtertrennung vor. Mit anderen Mitfahrgelegenheiten konnte ich deshalb nicht reisen." Dabei gehe es nicht um die Ausgrenzung von Nicht-Muslimen. "Ganz im Gegenteil", erklärt Reid, "ich wünsche mir, dass Muslime und Nicht-Muslime während der Fahrten miteinander sprechen, nicht mehr übereinander, und so Verständnis füreinander entwickeln."