An der Rennkoppel
Heimfelds Grusel-Ecke
Was für ein trostloser Anblick: Eingeschlagene Scheiben, die Wände mit Graffiti beschmiert, Kellerfenster hängen schief in den Angeln. Ein Bild, das die Heimfelder nicht nur stört. Die Lage wird langsam aber auch gefährlich. Unter anderem, weil die drei leer stehenden Kasernengebäude an der Straße An der Rennkoppel immer wieder Vandalen anlocken. Diese Gewalt und Rücksichtslosigkeit bekommen auch die Nachbarn zu spüren.
Heimfeld. Direkt neben den drei rund 50 Meter langen und jeweils drei Stockwerke hohen Geisterhäusern spielen seit Mai 2011 die Kinder der Kita Farbenspiel. In den vergangenen beiden Wochen nutzten gleich zweimal vermutlich jugendliche Vandalen die Kita, um sich auszutoben. Am Freitagmorgen war der Abdruck eines groben Stiefels an der Scheibe noch zu sehen. Das Sicherheitsglas daneben war gerissen. Eindringen konnten die Täter nicht. Zwei Wochen zuvor hatten sie mehr Erfolg, drangen in die Räume ein, verwüsteten nicht nur das Büro, sondern auch mehrere Räume mit Spielzeug.
Eine Anwohnerin des Gilderings erzählt, dass sie ihre elfjährige Tochter nicht mehr allein vor die Tür lässt, wenn es dunkel wird: "In den Häusern treiben sich ständig komische Typen rum." Inzwischen haben sie aufgehört, die Polizei zu rufen: "Das bringt ja eh nichts. Die laufen schnell weg, sobald sie einen Wagen hören."
Hans-Peter Eckelmann wohnt in der Homannstraße, nur einen Steinwurf entfernt von den leer stehenden Gebäuden. Fast jeden Abend dreht er mit seinem Hund "Rasti" eine Runde. Die Scherben von Flaschen und Scheiben sind das eine Problem: "Mein Hund hat sich auch schon an einem Splitter die Pfoten aufgeschlitzt", sagt der 66-Jährige. Das Angst vor dunklen Gestalten ist allgegenwärtig. "Manchmal sieht man in der Dunkelheit Taschenlampen oder den Schein von Feuerzeugen. Ich glaube, dort übernachtet auch manchmal jemand."
Die Spuren der nächtlichen Gelage sind in den Zimmern der bis vor zwei Jahren als Altenheim genutzten Gebäude zu finden. Leere Schnapsflaschen, ausgedrückte Zigaretten, der Gestank von Urin. Besonders bitter an diesem Zustand ist, dass seit eineinhalb Jahren eine Abrissgenehmigung für die Häuser vorliegt. Auch einen Investor gibt es schon, der das Areal gekauft hat und 70 neue Wohnungen errichten will. Aber fast ebenso lange dauern die Gespräch zwischen dem Bauamt und dem Investor: "Es gibt noch einige Details zu klären."
Unter anderem Anwohner Eckelmann dauert das zu lange: "Das wird hier immer schlimmer. Je mehr Scheiben eingeschlagen sind, desto mehr Vandalen kommen dazu. Das war mal so eine schöne Ecke hier."
