Schmuddeltunnel

Unterirdische Planung

Mehr Licht, weite Treppen im Eingangsbereich, das Zuschütten eines dunklen Treppenaufgangs: Insgesamt zwölf Baumaßnahmen wollte das Harburger Bauamt umsetzen, um aus dem sogenannten Schmuddeltunnel endlich wieder ein attraktives Stück Harburg zu machen. 350 000 Euro hat der Bezirk Harburg für die Sanierung des Gloria-Tunnels bereitgestellt. Viel zu wenig, wie sich jetzt herausstellt. Die Umbauarbeiten, so die neue Kalkulation, kosten mehr als das Doppelte - rund 800 000 Euro! Die Folge: Nur eine Spar-Variante wird jetzt noch realisiert.
Schmuddeltunnel

Dunkel, übelriechend, schmuddelig: Rund um den Gloria-Tunnel in der Harburger Fußgängerzone soll endlich etwas geschehen.

Harburg. So hatte das Bezirksamt nach HAN-Informationen für das Zuschütten eines Treppenaufgangs 24 000 Euro veranschlagt. Die von Harburg geplante Deckelung war aus Sicht des Hamburger Landesbetriebs für Straßenbau nicht stabil genug. Die neue Variante aber kostet 69 000 Euro. Für ein Geländer hatte Harburg mit 44 000 Euro kalkuliert, die von der Straßenbaubehörde geforderte Variante kostet rund 75 000 Euro.

Baudezernent Jörg Heinrich Penner nennt als Grund für die Fehlkalkulation "erhöhte technische Anforderungen". Er sieht noch einen weiteren Grund: "Die Baufirmen haben derzeit eine sehr gute Auftragslage." Daher seien die Angebote, die nach der öffentlichen Ausschreibung eingegangen waren, teurer als erwartet. Anders urteilt Harburgs CDU-Chef Ralf-Dieter Fischer: "Das Bezirksamt hat sich da ganz klar verrechnet. Die CDU hatte schon, als die Baumaßnahmen vorgestellt wurden, gesagt, dass Harburg mit so wenig Geld nicht auskommt."

Für die überarbeiteten Planungen wird jetzt eine neue Ausschreibung vorbereitet. Der Baubeginn verzögert sich dadurch um zwei Monate: Nicht bereits in diesem Monat, sondern erst im Juli soll die Umgestaltung beginnen. Bis Herbst ist die Spar-Version fertig: Mit einer kleineren Toiletten-Anlage als geplant, Aluminium statt Stahl in den Seitenkonstruktionen und mit einer weiterhin zugänglichen alten Treppe. Die ursprüngliche Planung soll dann umgesetzt werden, sobald der Bezirk neues Geld bereitstellt. Wann das geschieht, ist unklar.