Harburg
Kommentar: Schmuddeltunnel - Jetzt ist Hamburg gefordert!
Seit Jahren ist der Tunnel zwischen der Lüneburger Straße und der Seevepassage nur noch ein Schandfleck. Finster, schmutzige Plakatfetzen an den Wänden. Die Ladenzeilen verkommen. Und zahlreiche Ecken, die manchem Bürger als öffentliche Toilette dienen. Wer den Tunnel auf dem Weg zum Harburger Bahnhof oder in die Innenstadt passiert, wird begleitet von Uringeruch. Jahrelang geschah nichts: In diesem Jahr überraschte der Bezirk mit dem Beschluss, den Tunnel endlich zu sanieren. Dafür wurden 350 000 Euro bereitgestellt. Doch die Freude über die Nachricht ist schnell getrübt, der Bezirk hat sich mächtig verrechnet. Statt kalkulierter 350000 Euro kostet die Sanierung satte 800 000 Euro.
Sicher: Das Harburger Bauamt hat zu spitz gerechnet. Wichtige Details übersehen. Anders ist es nicht zu erklären, dass sich die Baukosten innerhalb eines halben Jahres - vom Beschluss der Pläne bis zur Auftragsvergabe - verdoppelt haben sollen. Das Planungschaos ist aber auch auf die knappen Finanzmittel zurückzuführen: In Altona stehen für die Aufwertung eines ähnlichen Tunnels eine Million Euro zur Verfügung. Hier kommt das Geld von der Stadt. In Harburg muss der Bezirk mit eigenen Haushaltsmitteln einspringen. Auch in Harburg aber haben die Menschen Anrecht auf mehr Lebensqualität. Dazu gehört eine schöne Fußgängerzone mit einem sanierten Tunnel. Das aber ist nicht nur Harburg-Sache, hier ist auch Hamburg in der Pflicht!
