Wilhelmsburg
Biotop muss Supermarkt weichen
Wieder muss in Wilhelmsburg ein Stück Natur weichen: In Kirchdorf-Süd soll wegen einer Supermarkt-Ansiedlung ein geschütztes Biotop zerstört werden. Der Discounter Lidl hat den Zuschlag für die Grünfläche an der Otto-Brenner-Straße, Ecke Karl-Arnold-Ring, von der Stadt erhalten, wie Lidl-Sprecherin Petra Trabert den HAN gestern bestätigte.
Wilhelmsburg. Bei den Grünen und der SPD des Bezirks Mitte treffen diese Pläne auf Ablehnung: "Es kann nicht sein, dass in Wilhelmsburg schon wieder eine wertvolle Grünfläche einbetoniert und bebaut werden soll", sagt Jutta Kodrzynski von den Grünen. Die SPD hat sich einem Grünen-Antrag im Regionalausschuss Wilhelmsburg-Veddel angeschlossen, nachdem auf dem Biotop in Kirchdorf Süd die Ansiedlung eines Discounters zum Schutz des Einkaufszentrums in Kirchdorf-Süd ohnehin nicht erstrebenswert sei. Dort gibt es bereits einen Penny-Markt. "Was fehlt, ist kein Discounter, sondern ein Vollsortimenter", sagt Anja Keuchel (SPD). "Wir sind auch der Meinung, dass in Kirchdorf-Süd die Infrastruktur und Nahversorgung nicht optimal sind, aber es gibt ein Einkaufszentrum dort, das einen sehr vernachlässigten Eindruck macht", meint Kodrzynski. Dieses könne genutzt werden, ohne dass ein wichtiges Biotop vernichtet würde und wieder Ausgleichsflächen in Hamburg-Mitte gefunden werden müssten.
Diese müsste Lidl im Zuge der sogenannten Anhandgabe des 5700 Quadratmeter großen Biotops, das sich im Besitz der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) und der Saga GWG befindet, als Ausgleichsmaßnahme für die Bebauung vorschlagen, wie Behördensprecher Frank Krippner den HAN bestätigte. Was für den Discounter nicht einfach werden dürfte: "Für eine Ausgleichsmaßnahme in räumlicher Nähe steht kein städtisches Flurstück zur Verfügung", so Krippner.
