Schrottdampfer im Binnenhafen

"Gloria D" - Bezirk verliert die Geduld

Irgendwann reißt auch der längste Geduldsfaden! Seit sechs Jahren verrottet das ehemalige Ausflugsschiff "Gloria D" im Harburger Binnenhafen. Bislang scheiterten alle Versuche von Verwaltung und Politik in Harburg, das Schiff loszuwerden. Immer wieder ließ der Besitzer des Schiffes Fristen verstreichen, bisher aber ohne Konsequenzen. Jetzt droht Baudezernent Jörg Penner Schiffseigner Christian Ferdinand I. ein Zwangsgeld an, sollte der Schrottdampfer nicht bis zum 30. Juni seinen Liegeplatz am Harburger Hafen verlassen haben. Penner gegenüber den HAN: "Sollte der Eigentümer das Schiff nicht bis zu diesem Termin aus dem Hafen entfernen, werden wir ordnungsrechtliche Instrumente anwenden müssen." Im Klartext: Der Eigner wird zur Kasse gebeten. Wie hoch das Zwangsgeld ist, ist allerdings noch unklar.
Gloria D

Die "Gloria D" im Harburger Binnenhafen.

Harburg.  Eigentlich sollte der Schrottdampfer bereits am 30. März aus dem Hafen verschwunden sein. Die Frist verstrich, seitdem wird es an seinem Liegeplatz am Harburger Hafen nur geduldet - ohne gültige Liegepapiere.

Der Grund für die Verlängerung der Frist: Penner hatte sich Ende März bei einem Bordbesuch selbst ein Bild von den Instandsetzungsarbeiten auf der "Gloria D" gemacht. Auf dem Schiff war unter anderem die gesamte Elektronik erneuert worden. "Man konnte sehen, dass dort erhebliche Arbeit und Investitionssummen reingeflossen sind, damit das Schiff wieder fahrtüchtig wird. Ich bin zuversichtlich, dass das Schiff den Hafen bis zum Ende der Frist aus eigenen Kräften verlassen kann", betonte Penner damals.

Einen weiteren Besuch von Behördenvertretern an Bord der "Gloria D" hat es nicht gegeben. Und passiert ist seitdem offenbar wenig.

Penner liegen noch nicht einmal alle notwendigen Zertifikate vor, damit das Schiff den Harburger Hafen überhaupt verlassen darf. "An der ,Gloria D’ ist ein technischer Fehler festgestellt worden. Es liegen dem Eigentümer bisher nicht alle Papiere vor, damit das Schiff den Hafen überqueren kann", so Penner.

Eine erneute Verlängerung der Liegefrist für die "Gloria D", wie sie der Bezirk im März einräumte, ist jedenfalls ausgeschlosssen. Penner: "Dafür müssen triftige Gründe vorliegen. Die sehe ich im Moment aber nicht."

Infobox

Die "Gloria D"

Die "Gloria D" liegt seit Juli 2004 im Harburger Binnenhafen. 2005 schaltete die Hamburg Port Authority (HPA) eine Ordnungswidrigkeitsanzeige gegen den damaligen Schiffseigner. Die in den Jahren 2004 und 2005 angefallenen Liegegebühren wurden nur zu einem Teil entrichtet. Der Restbetrag konnte trotz Mahn-und Vollstreckungsmaßnahmen nicht eingetrieben werden. Mitte 2006 wurde das Schiff von der HPA dann als sogenannter Lieger eingestuft. Seitdem sind keine Gebühren mehr angefallen. Am 1. Januar 2011 wurde dem Bezirk Harburg die wasserrechtliche Zuständigkeit des Binnenhafens übertragen. Die Auslauffrist für die "Gloria D" wurde vom Bezirksamt bis zum 30. Juni 2012 verlängert. Bis dahin muss das Schiff den Hafen verlassen. Der Schiffseigentümer ist nach HAN-Informationen derzeit Christian I.