BUND warnt vor Schadstoffbelastung
Dicke Luft in Harburg
Immer mehr Autos, immer mehr Schiffsverkehr und immer mehr Industrie: Das ist der Grund dafür, dass in Hamburg seit Jahren die Stickoxidbelastung der Luft steigt. Schon jetzt leben in der Hansestadt 220 000 Menschen in Stadtteilen, in denen die 2010 von der Europäischen Union festgesetzten Grenzwerte massiv überschritten werden. Doch wie stark ist der Bezirk Harburg mit den Giftstoffen belastet? Das weiß keiner so genau. Denn von den 19 Hamburger Messstationen liegt nur eine im Bezirk Harburg, und die auch noch auf einer beschaulichen grünen Wiese in Neugraben-Fischbek.
Harburg. Ein Zustand, den der Hamburger Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) so nicht länger hinnehmen will. Im Rahmen der Kampagne "Hamburg atmet auf" fordert er eine weitere Messstation für den Raum südlich der Elbe. Denn "auch die Anwohner im Bezirk Harburg haben ein Recht darauf zu erfahren, wie die konkrete Belastungssituation aussieht", betont BUND-Landesgeschäftsführer Manfred Braasch.
Und die sieht nach Meinung des Naturschützers nicht gut aus: "Die Auswertung alter Messdaten von Stationen, die nur einige Monate in Harburg betrieben wurden, weist deutlich darauf hin, dass eine Grenzwertüberschreitung für den Luftschadstoff Stickoxid wahrscheinlich ist." Zudem habe der Verkehr an der Bremer und der Winsener Straße in den letzten Jahren eher zu als abgenommen, so Braasch weiter.
In einem Brief fordert er Bezirksamtsleiter Thomas Völsch und Umweltsenatorin Jutta Blankau zum Handeln auf. Denn "Harburg darf nicht umwelt- und gesundheitspolitischer Bezirk zweiter Klasse bleiben." Weniger kritisch schätzt die Umweltbehörde die Lage ein. In Harburg habe es in der Vergangenheit Messungen gegeben, betont Pressesprecher Frank Krippner. Danach sei in Harburg eher mit geringeren Belastungen als im Innenstadtbereich zu rechnen. Eine neue Messstation sei deshalb nicht geplant.
