Nartenstraße

Großfeuer: So teuer wird es wirklich!

Schwarzer Rauch verdunkelte den Himmel sogar noch über Meckelfeld. Beißender Qualm in einer riesigen Säule über dem Harburger Binnenhafen, mehrere Hundert Meter hoch. Kein Feuer in den vergangenen Jahren war hier so verheerend wie der Großbrand einer Lagerhalle an der Nartenstraße im Januar. Und keiner hatte schlimmere Folgen.

Harburg . Verseuchtes Wasser, Schäden an anliegenden Gebäuden und Gehwegen, eine stark in Mitleidenschaft gezogene Feuerwehrausrüstung. Die Suche nach der Brandursache haben die Experten eingestellt. Hinweise auf ein vorsätzlich gelegtes Feuer haben sie nicht gefunden. Nun sind die Versicherungen an der Reihe. Und jetzt wird klar - der Schaden ist viel höher als ursprünglich angenommen.

So kommt allein die Hamburger Feuerkasse für den Gebäudeschaden an der Lagerhalle und den Nachbargebäuden auf dem Grundstück mit rund drei Millionen Euro auf. Die Aufräumkosten in Höhe von 900 000 Euro sowie gut 750 000 Euro für Betriebseinrichtung und Betriebsunterbrechung gehen ebenfalls an den Grundeigentümer. Allein die Schadenssumme für die Hamburger Feuerkasse beläuft sich folglich auf rund 4,65 Millionen Euro.

Nicht mit eingerechnet die Schäden an Gehwegen und Straßen, den verstopften Sielen, den Versorgungsanlagen. Denn die klebrige Kautschukmasse verunreinigte Tausende Quadratmeter rund um die Brandstelle. Das Bezirksamt will die genaue Höhe der Kosten nicht benennen, Schätzungen aber gehen in die Millionen. Und zahlen muss wohl der Steuerzahler.

Auch die AXA-Versicherung, die Assekuranz des Lagerhallen-Mieters, nennt keine genauen Zahlen. Dort heißt es: "Die Sachverständigenermittlungen sind erst vor Kurzem abgeschlossen worden. Das sehr umfangreiche Gutachten wird derzeit geprüft." Die Firma H. D. Cotterell hatte neben Naturkautschuk auch Heizöl in der Halle gelagert.

Besonders hart traf es die Hamburger Feuerwehr: 33 Einsatzfahrzeuge waren komplett verdreckt, 500 Schutzanzüge so stark beschädigt, das sie entsorgt werden mussten. Ebenso wie verschmutzte 500 Schläuche. Die Folgekosten sind höher als erwartet. Feuerwehrsprecher Hendrik Frese sagte den HAN: "Man kann mit einer Zahl zwischen 750 000 und einer Million Euro rechnen." Den Großteil wird auch hier der Steuerzahler übernehmen müssen. Denn die Feuerwehr kann der Versicherung des Grundeigentümers nur Verbrauchsgüter, wie etwa Benzin, Löschwasser und Löschschaummittel, in Rechnung stellen. Nicht aber die Schäden an Wasserschläuchen, Einsatzfahrzeugen und Schutzanzügen. Und die machen den größten Teil der Kosten aus. "Das genaue Ausmaß ist noch nicht absehbar. Durch die aufwendige Reinigung unserer Einsatzwagen und Schutzanzüge kann es sein, dass die Membranen des Materials zu stark strapaziert worden sind." Damit wären die Schutzanzüge unbrauchbar. Ein neuer kostet rund 800 Euro. "Da die Brandursache noch nicht geklärt ist, wenden wir uns im Zweifelsfall an den Grundeigentümer", so Frese.

Unklar sind auch noch die Kosten der Entsorgung des beim Brand freigesetzten Kautschuks. Noch immer schwimmen Gummiplacken im Hafenbecken. Die vom Entsorgungsunternehmen Remondis beauftragte Firma Carl Robert Eckelmann Cleaning und Service keschert die Kautschukreste aus dem Wasser und transportiert sie zur Sonderabfallversorgungsanlage in Brunsbüttel. Was am Ende auf der Rechnung steht, ist noch offen. Sicher ist schon jetzt: Der Gesamtschaden wird sich im zweistelligen Millionenbereich bewegen.

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Flammendes Inferno

Am 2. Januar war an der Nartenstraße im Binnenhafen eine Lagerhalle für Kautschuk und Heizöl in Brand geraten. Bis zu 50 Meter hoch schlugen die Flammen aus dem Gebäude. Eine riesige Rauchsäule stand stundenlang über Harburg. Die Rauchsäule war selbst in Winsen noch zu sehen.