Bezirk Harburg
FDP: "Dramatischer Personalmangel"
Kundenzentren wegen Überlastung der Mitarbeiter geschlossen. Bauanträge, die nur noch schleppend abgearbeitet werden. Die bittere Folge: Fristen werden nicht eingehalten. Überall fehlt es an Personal, die Arbeitssituation für viele Mitarbeiter des Bezirksamts Harburg ist dramatisch. So das Fazit des FDP-Bezirksabgeordneten Carsten Schuster nach einer Anfrage an das Bezirksamt.
Harburg. Schuster hatte wissen wollen, wie häufig Mitarbeiter offiziell über zuviel Stress und Arbeit klagen. Das Ergebnis ist eindeutig: Bereits 75 der etwa 850 Mitarbeiter haben im laufenden Jahr ihrem Vorgesetzten gegenüber eine Überlastung signalisiert. Im gesamten vergangenen Jahr waren es 79, 2010 nur 53. Wie prekär die Lage ist, belegen diverse Beispiele. So kommt es insbesondere im Baudezernat zu Verzögerungen bei Sanierungen von Straßen. "Das wenige Geld, das dafür übrig ist, kann noch nicht mal komplett ausgegeben werden, weil es an Personal mangelt. Denn wo früher sieben Bauprüfer waren, sitzen jetzt nur noch zwei", betont Schuster. Auch das Sozialdezernat ist von Überlastung und Personalmangel betroffen. So können Schul-eingangs- und zahnärztliche Untersuchungen in Kitas nicht mehr regelmäßig durchgeführt werden. Schlimmer noch: Auch Kontrollbesuche bei Pflegekindern sind nur noch eingeschränkt möglich.
Für Schuster ein nicht hinnehmbarer Zustand: "Der chronische Personalmangel und die hohe Belastung der Mitarbeiter werden zum Pulverfass." Der FDP-Politiker fordert denn auch eine Aufstockung des Personals. Die ist laut Bezirksamt jedoch nur im Bereich Amtsvormundschaften geplant. Insgesamt schätzt die Verwaltung die Lage weniger kritisch ein. Es komme in einigen Bereichen teilweise temporär durch hohe Arbeitsbelastung zu Problemen in der Aufgabenwahrnehmung, heißt es in der Stellungnahme. "Dabei ist das Bezirksamt bemüht, Arbeitsbedingungen möglichst so zu gestalten, dass keine Überlastungssituationen eintreten können." Ob das die Mitarbeiter auch so sehen?
