"Gloria D"
Schiffseigner entschuldigt sich für Havarie
So hatte sich Eigner Christian I. das Auslaufmanöver nicht vorgestellt. Beim Versuch, den Harburger Binnenhafen am Sonntag zu verlassen, rammte der Schrottdampfer "Gloria D" mit dem Heck den Bootssteg des Harburger Yachtclubs. Dabei wurden zahlreiche Boote beschädigt, der Anleger erheblich in Mitleidenschaft gezogen.
Harburg. Nach ersten Schätzungen geht der Schaden in den fünfstelligen Bereich. Kurz nach der Havarie tauchte Schiffseigner I. auf dem Yachtgelände auf, entschuldige sich für das missglückte Manöver. "Er sicherte uns zu, sich sofort mit seiner Versicherung in Verbindung zu setzen, um die Schäden zu regulieren", so Hermann Friedemann, Inhaber des Yachtzentrums gegenüber den HAN.
Das werden nicht die einzigen Kosten sein, die jetzt auf I. zukommen. Die "Gloria D", die seit 2004 im Binnenhafen liegt, muss nun einen Schlepper als Auslaufhilfe ordern. Das hat gestern die Hamburg Port Authority (HPA) verfügt. Offenbar befürchtet die HPA, das ehemalige Ausflugsschiff sei nicht in der Lage, ohne fremde Hilfe den Hafen zu verlassen. Warum das Schiff mit dem Heck in den Anleger krachte, ist unklar. Die Polizei ermittelt. "Möglicherweise war eine defekte Leitung schuld daran, dass die Maschine nicht die volle Leistung brachte", mutmaßt Peter Welchert, Leiter der Verkehrsermittlungsabteilung der Wasserschutzpolizei in Harburg.
Ursprünglich wurde die "Gloria D" schon vor zwei Wochen an der Kieler Werft Lindenau erwartet. Hier sollte der verrostete Ausflugsdampfer instand gesetzt werden. "Vorgesehen ist, dass das Schiff ins Trockendock kommt. Hier wird es auf Schäden an der Außenhaut geprüft, kontrolliert werden auch Ruder und Propeller", sagt Frank Festerling, Betriebsleiter der Werft. "Die Arbeiten werden zwei Wochen dauern." Wann das Schiff nun kommt, ist unklar. Das nach der Havarie von der Polizei verhängte Auslaufverbot wurde gestern aufgehoben.
Das Auslaufen der "Gloria D" hatte sich verzögert, weil es technische Probleme gab. Zuvor hatte der Bezirk dem Schiffseigner eine letzte Frist gesetzt. Das Schiff sollte spätestens am 30. Juni den Hafen verlassen haben. Dem Eigner wurde für den Fall eines Verstreichens der Frist ein Zwangsgeld angedroht.
Derweil verschärft sich auch der Ton zwischen Bezirk und der HPA. Harburgs Baudezernent Jörg Penner: "Seit 2011 ist der Bezirk Harburg für die {sbquo}Gloria D’ zuständig, zuvor die HPA. Damals hätte man handeln müssen, statt uns den Fall zu überlassen."
