IBA
Hinterm Horizont steigen die Kosten weiter
Viel ist noch nicht zu sehen vom "Horizontweg" auf dem Energieberg. Spätestens im November aber soll der Rundwanderweg auf der alten Mülldeponie in Georgswerder fertig sein. Ein Vorzeigeprojekt der Internationalen Bauausstellung (IBA) in Wilhelmsburg.
Georgswerder. Eines, bei dem Steuerzahlern aber die Lust am Wandern vergehen kann. Schon 2011 hatte der Bund der Steuerzahler das Projekt als Verschwendung bezeichnet. 3,05 Millionen Euro, das sei einfach zuviel für einen beleuchteten Rundweg um die Kuppe einer ehemaligen Mülldeponie, der noch dazu aussehe wie ein Heiligenschein. Doch jetzt kommt’s noch viel ärger. Denn die geplanten Baukosten können nicht eingehalten werden. Sie steigen um satte 15 Prozent auf mindestens 3,5 Millionen Euro. Heißt: Jeder Meter des Wanderwegs kostet dann 3888 Euro.
Rausgekommen ist diese Kostensteigerung erst durch eine schriftliche Anfrage des stadtentwicklungspolitischen Sprechers der FDP-Fraktion, Kurt Duwe, an den Hamburger Senat. Darin hatte er nach den Details des Rundwanderwegs gefragt. 900 Meter lang und 2,5 bis vier Meter breit soll dieser werden. Die eine Hälfte ist ebenerdig, die andere in einer Höhe von 2,5 bis sechs Metern geplant. Als umlaufendes Geländer sind Lochbleche, als Laufbelag Blechprofilroste vorgesehen. Aber auch eine halbe Million Euro teurer soll der "Horizontweg" werden. Dass der Senat die Kostensteigerung erst auf Nachfrage einräumt, kritisiert Duwe aufs Schärfste. Viel schlimmer findet er jedoch die Kosten an sich: "Statt die Erlebbarkeit des Energieberges mit einem konventionellen Wanderweg sicherzustellen, entsteht hier ein überteuertes Prestigeobjekt, bei dem die Baukosten deutlich über den Kosten für herkömmliche Wege liegen." Auch den jährlichen Unterhalt von 30 000 Euro prangert er als unverhältnismäßig an. Zum Vergleich: Ein Kilometer Fernstraße kostet jährlich etwa 10 000 Euro.
Und wer finanziert diese Summen? "Der {sbquo}Horizontweg’ ist Teil der Gesamtmaßnahme {sbquo}Energieberg Georgswerder’, deren Finanzierung gesichert ist", heißt es in der Antwort des Senats. Etwa die Hälfte der Kosten werde aus Fördermitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert. Den Rest bezahle Hamburg. Duwe: "Weniger Prestige und mehr Bescheidenheit hätten dem Ansehen des Projekts in der Öffentlichkeit und der Stadtkasse gutgetan."
