Garten von Ehren
Alles - außer gewöhnlich
Es gibt den Garten Eden und es gibt Garten von Ehren. Das Gartenzentrum an der Maldfeldstraße in Marmstorf dürfte der Vorstellung, die überzeugte Gartenfreunde vom Paradies haben, ziemlich nahe kommen. Es gehört zu den exklusivsten Adressen in Deutschland für Pflanzen, Möbel und Lebensart und lockt anspruchsvolle Kundschaft in den Süden von Hamburg.
Marmstorf. Manch einer traut sich womöglich nicht in die prachtvollen Glashäuser. Ist das nicht alles viel zu teuer? Nicht unbedingt. Es gibt Pflanzen zu erschwinglichen Preisen und ausgesucht schöne, durchaus bezahlbare Wohnaccessoires. Was es allerdings nicht gibt, sind einfache Plastikgarten-stühle. Die angebotene Outdoor-Möblierung ist keine "Nullachtfünfzehnware". Bei von Ehren stehen Kreationen internationaler Hersteller wie Manutti, Tribu oder Weishäupl - hochwertige Tische, Stühle, Lounge-Sessel und Sonnenliegen, Sofas, Bänke, Hocker, Sonnenschirme und vieles mehr. Die Auswahl, die Johannes von Ehren, ein Vertreter der fünften Generation des 1865 gegründeten Familienunternehmens, zusammengestellt hat, strahlt unaufdringlichen Luxus aus.
"Nichts von dem, was wir hier verkaufen, benötigt man zum Überleben", sagt er. "Unsere Sachen sind fürs Besserleben." Der Nachkomme der aus Nienstedten stammenden Garten-Dynastie, die mit der Eröffnung des Elbtunnels aus Platzmangel am alten Standort die ersten Plantagen im Hamburger Süden ansiedelte und 1994 die Firmenzentrale nach Harburg verlegte, ist mit dem Sinn fürs Schöne ausgestattet. "Wir verkaufen ja auch ein Lebensgefühl", sagt der Diplom-Kaufmann.
Fünf Jahre, nachdem sich die europaweit bekannte Baumschule von Ehren mit dem Baumschulzweig einerseits und dem edlen Gartenmarkt andererseits neu geordnet hat, zieht der Geschäftsführer ein durchwachsenes Fazit: "Wir haben damals bewusst einen Teil unseres Geländes an das Dehner-Gartencenter verkauft. Wir versprachen uns den Aldi/Edeka-Effekt", sagt von Ehren. Doch es verirren sich nicht viele Dehner-Kunden zu von Ehren und umgekehrt. "Ich habe das Gefühl, dass es teilweise eine gewisse Hemmschwelle gibt, zu uns zu kommen", sagt Johannes von Ehren. "Vielleicht liegt das auch an unserem Namen. Möglicherweise wäre es anders, hießen wir Meier oder Müller."
Für den Standort spräche, dass es an der Maldfeldstraße nun bei Dehner, von Ehren und Delmes Heitmann auf 600 Meter Strecke alles gibt, was den Garten betrifft. "Außerdem ist der Landkreis kaufkräftig", sagt "JvE". "Wir wollen und müssen aber darüber hinaus strahlen."
Seine Kundschaft sucht und findet von Ehren mithilfe der gesamten klassischen Vermarktungspalette sowie neuer Strategien im Internet. Auf der anderen Elbseite, öfter auf Sylt und überall in Deutschland, wo Wert auf eine hochwertige Gartengestaltung gelegt wird. Mit drei Landschaftsarchitekten im Haus kann das Unternehmen auf fast alle Wünsche reagieren. "Die Auftragslage ist gut", bestätigt Johannes von Ehren. Offenbar können von Harburg aus doch Bäume in den Himmel wachsen: "Es wäre schwierig gewesen, irgendwo anders in Hamburg so einen geeigneten Standort zu finden."
