IGS
Ein teures Vergnügen
80 Themengärten, zahllose exotische Pflanzen, aber die größte Attraktion der Internationalen Gartenschau (IGS) hat mit wundervoller Natur nichts zu tun - die futuristische Einschienenbahn. Die acht Züge werden eigens vom schweizerisch-liechtensteinischen Unternehmen Intamin für die IGS gebaut. Mit ihrer schwarzen Nase und der stromlinienförmigen Fahrgasthülle erinnern sie durchaus gewollt an amerikanische Space Shuttle.
Wilhelmsburg. Auf einer Trasse von 3,5 Kilometern Länge wird die Gartenschaubahn lautlos durch das Gelände in Wilhelmsburg gleiten. IGS-Gäste können dann aus einer Höhe von bis zu sechs Metern über der Erde die spektakulären Pflanzenwelten bewundern. Bis zu 2000 Gäste pro Stunde kann die Monorail-Bahn befördern. Der Veranstalter schwärmt vom Projekt: "Die Fahrt mit der Einschienenbahn bietet den Gästen eine völlige andere Perspektive auf die Gärten. Sie ist Transportmittel und Attraktion in einem." Eine allerdings, die sich die IGS ziemlich teuer bezahlen lässt.
Der Fahrpreis für Erwachsene beträgt 7,50 Euro, Jugendliche im Alter von sieben bis 17 Jahren müssen für ein Ticket 2,50 Euro zahlen. Nur Kinder unter sieben Jahren zahlen nichts. "7,50 Euro? Das ist ganz schön happig", sagt der CDU-Fraktionschef in der Harburger Bezirksversammlung, Ralf-Dieter Fischer.
Fakt ist: Die Fahrpreise in Wilhelmsburg liegen erheblich über dem, was andere Gartenschauen mit ähnlichen Schaubahnen von den Besuchern verlangt haben. Für die Einschienenbahn in Magdeburg beispielsweise mussten Fahrgäste lediglich drei Euro für ein Ticket zahlen.
Hohe Preise? Davon will IGS-Pressesprecherin Kerstin Feddersen nichts wissen. Gegenüber den HAN erklärte sie: "Unsere Züge sind absolute Neuentwicklungen. Auf den BUGAs der Vergangenheit fuhren oft ältere Modelle. Und unser Fahrpreis orientiert sich an den Ticketpreisen früherer Gartenschauen." Sie verweist unter anderem auf die Seilbahn in Koblenz (einen Kilometer über den Rhein). Dort kostete die Hin- und Rückfahrt tatsächlich acht Euro. Pressesprecherin Christiane Gandner von der BUGA Koblenz zu den HAN: "Für Besucher war der Preis für die Seilbahn im Eintritt inkludiert."
Nicht so in Wilhelmsburg. Dort zahlen Besucher für die Fahrt mit der Einschienenbahn extra. Die hohen Fahrpreise in Wilhelmsburg sind Teil des Refinanzierungskonzepts. Die IGS will mit den Ticketerlösen sowie dem Weiterverkauf der Bahn nach der Gartenschau die erheblichen Investitionskosten von rund13 Millionen Euro decken. Ob diese Rechnung so aufgeht, ist allerdings fraglich.
