Harburg vom Feinsten

Mit dem Rad übers Meer

Man kann auch mit dem Fahrrad richtig Gas geben und geschäftlich durchstarten. Wie die Brüder Jens Peter (47) und Stephan Dirks (45), die in Harburg einen erfolgreichen Fahrradhandel mit eigener Manufaktur betreiben. Dort entstehen unter dem Firmennamen Trenga De Rennräder, City-, Mountain- und Trekkingbikes der Extraklasse.
Trengade

Stephan (links) und Jens Peter Dirks führen einen erfolgreichen Fahrradhandel in Harburg.

Harburg. Die Strahlkraft des Unternehmens reicht mittlerweile weit über das eher regional ausgerichtete Geschäft mit Fahrrädern hinaus: Viele Kunden kommen über die Elbe und aus ganz Norddeutschland zu den Dirks-Brüdern ins Fahrradcenter am Großmoordamm. "2010 haben wir erstmals mehr Fahrräder außerhalb der Region als innerhalb von Harburg Stadt und Land verkauft", rechnet Jens Peter Dirks vor, der in dem Brüder-Gespann für den kaufmännischen Part zuständig ist. Stephan ist der Techniker, der Tüftler.

Demnächst dürfte die Bilanz des Geschäfts außerhalb Harburgs noch besser ausfallen, denn inzwischen statten die beiden Geschäftsleute sogar Kreuzfahrtschiffe mit ihren hochwertigen Rädern aus. Cruiser von Hapag-Lloyd und TUI haben mittlerweile Fahrräder von Trenga De an Bord, die von den insgesamt 35 Dirks-Mitarbeitern mit dem entsprechenden Custom Design ausgestattet wurden. "Die Lieferung von Fahrrädern an Kreuzfahrtschiffe ist die Speerspitze der qualitativen Anforderungen", sagt Jens Peter Dirks. "Die Räder werden schon strapaziert, wenn sie gar nicht gefahren werden. Sie sind ständig der salzhaltigen Luft ausgesetzt und stehen während des Transports so eng beieinander, dass sie aneinanderdengeln." Deshalb werden die Bikes mit einer Einbrennbeschichtung versehen - einer bei 200 Grad vorgenommenen Speziallackierung. "Das hält. Selbst wenn du mit dem Hammer draufhaust", erklärt Dirks.

Sich Firmenräder bei Trenga De anfertigen zu lassen, liegt im Trend. Stichworte sind Umweltschutz, Energiekosten, Gesundheitsvorsorge, Imagepflege. "Für die Firmennutzung haben wir spezielle Modelle entwickelt, die darauf angelegt sind, so robust und so wenig reparaturanfällig wie möglich zu sein. Unsere Räder gehen sehr selten kaputt", meint Dirks. "Deshalb hat der Reparaturbetrieb bei uns allgemein einen geringen Geschäftsanteil."

Für diese qualitative Wertigkeit muss der Käufer allerdings auch tiefer in die Tasche greifen. Die Trenga-De-Räder gibt es ab etwa 600 Euro aufwärts. "Billig können wir uns nicht leisten", sagt Dirks nicht nur in Hinblick auf seine anspruchsvolle Kundschaft. "Wir vertreiben nur Räder im mittleren und oberen Segment. Auf Sicht lohnt sich Qualität immer."

Mit den beiden Standorten in Harburg und (später hinzugekommen) in Buchholz sind die Dirks-Brüder "mehr als zufrieden". "Es war eine goldrichtige Entscheidung, hier zu bauen", sagt Jens Peter Dirks. Rund fünf Millionen Euro hatten sie vor zwölf Jahren in den Neubau mit großer Verkaufshalle und angegliederter Produktionsstätte investiert, zuvor hatten sie schon mit Standorten am Karnapp und am Schlossmühlendamm einen guten Ruf erarbeitet. Dennoch erstreckte sich der Genehmigungsprozess für die Geschäftserweiterung damals über drei Jahre, und als das Fahrradcenter am Großmoordamm endlich lief, wurde den Brüdern "direkt um die Ecke" ein Mitbewerber vor die Nase gesetzt. "Das war nicht sehr glücklich, hat sich mittlerweile aber erledigt", sagt Jens Peter Dirks. Der Konkurrent geht. Die beiden Unternehmer-Brüder von Trenga De bleiben dagegen in der Spur und geben weiter Gas.