Heimfeld
Sorge um Harburgs grüne Lunge
Ein 470 000 Quadratmeter großes Waldstück, mitten in der Heimfelder Haake, zwischen A7 und der steilen Straße Kuhtrift. Bislang gehörte diese Fläche dem Bund: Bebaut ist sie nur mit vier Holzschuppen, die als Lagerräume genutzt werden, und zwei Wohnhäusern. Rund 450 000 Quadratmeter sind wilder Mischwald. Jetzt verhandelt die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BfI) mit einem potenziellen Käufer über den Verkauf des Areals. Und damit wächst die Sorge vor Bauprojekten. Denn in Harburg sollen - so die Vorgabe des Senats - 700 Wohnungen pro Jahr entstehen.
Heimfeld. Derzeit ist das Areal als Forstfläche ausgewiesen. Der neue Eigentümer hat lediglich die Mieteinnahmen aus den bestehenden Wohnhäusern. Außerdem kann er Bäume fällen und das Holz verkaufen: den Wald forstwirtschaftlich nutzen. Wohnungsbau ist derzeit nicht zugelassen. Harburgs Baudezernent Jörg Heinrich Penner: "Aber es ist natürlich theoretisch möglich, dass der bestehende Flächennutzungsplan geändert wird. Wenn der entsprechende Wille im Senat und der Harburger Bezirksversammlung vorhanden ist." Penner stellte gegenüber den HAN klar: "Die Sorgen sind unbegründet. Der Wald bleibt Wald!" Kritik an dem Verkauf übt Jürgen Heimath, Fraktionsvorsitzender der alleinregierenden SPD: "Ich hätte es für sinnvoll erachtet, dass die Stadt diese Fläche erwirbt und sie nicht an einen Dritten verkauft wird." Nun werde er versuchen, hier Wohnungsbau zu verhindern: "Eine Bebauung kommt für uns nicht in Betracht." Diese Ansicht vertritt auch die Opposition. Rainer Bliefernicht, stellvertretender Vorsitzender der Harburger CDU, sagte den HAN: "Wir hoffen, dass sich die SPD hier an ihre Zusagen hält. Alles andere wäre ein Skandal."
Diesen Skandal befürchtet die Bürgerinitiative "Grünes Leben Heimfeld": BI-Sprecher Mark Quennet: "Harburg hat schon genug bebaubare Flächen. Anderenorts können Tausende Wohnungen waldschonend entstehen. Wer hier wohnt, braucht Grün!"
Von der Bundesanstalt hieß es auf HAN-Nachfrage nur: "Mit dem potenziellen Käufer wird derzeit noch über den Inhalt des Kaufvertrages verhandelt." Details werden noch abgestimmt. Der neue Eigentümer - eine Privatperson - wollte sich bisher nicht öffentlich zu seinen Plänen für das Areal äußern.
