Verkehr im Hafen

Leitsystem für Lkw-Fahrer: "Diva" macht Probleme

Eigentlich sollte sie Berufsfahrer sicher und schnell durch den Hamburger Hafen bringen, wurde als zukunftsorientiertes Verkehrsleitsystem groß gefeiert: die "Diva". Die Anlage mit dem langen Namen "Dynamische Information zum Verkehrsaufkommen" besteht aus 14 elektronischen Grafiktafeln, die in den Haupteinfallsstraßen zum Hafengebiet stehen und Lkw-Fahrer vor Stau warnen sollen.
DIVA

Leicht unübersichtlich wirkt der vier mal vier Meter große Bildschirm des neuen Verkehrsleitsystems.

Moorburg. Mithilfe von Echtzeitinformationen zeichnet sie die wichtigsten Hafenstraßen - und ihr jeweiliges Verkehrsaufkommen. Um den "zukünftigen Anforderungen an einen funktionierenden Wirtschaftsverkehr im Hafen gerecht zu werden", nahm die Hamburg Port Authority (HPA) die "Diva" 2011 in Betrieb. Schlappe vier Millionen Euro hat die HPA in die Anlage gesteckt, sie gilt als die modernste der Welt und sollte den Hafenverkehr revolutionieren. So der Plan. Doch die Realität sieht anders aus.

Schon im Sommer (die HAN berichteten) beschwerten sich Brummi-Fahrer darüber, dass die Tafeln mit ihrem schier unübersichtlichen Wegenetz sogar bei mäßiger Fahrgeschwindigkeit kaum zu erkennen, geschweige denn zu verstehen sind.

Die HPA nahm die Kritik ernst. Es hieß, man wolle "das System überprüfen und je nach Anforderungen Anpassungen vornehmen". Und nun das: Die "Diva" ist nicht nur schwer zu lesen, sie ist anscheinend auch noch kaputt. "Wir haben im Rahmen einer Bauwerksprüfung Schäden an den Fundamenten aller Tafeln gefunden", so HPA-Sprecher Alexander Schwertner. Die Elektro-Wegweiser seien durch einen externen Auftragnehmer gefertigt worden, "der anscheinend nicht so gearbeitet hat, wie er sollte", betont Schwertner. Die fehlerhafte Bauweise hätte dazu führen können, dass die vier mal vier Meter großen Tafeln auf die Fahrbahn kippen.

Aus diesem Grund wurden sie nun abgeschaltet, sollen in den nächsten Monaten abgebaut und repariert werden. Was die Kosten angeht, so scheint die HPA wenig kompromissbereit: "Da es sich offensichtlich um einen Herstellungsfehler handelt, steht die betreffende Firma in der Pflicht, die Betonfüße neu zu gießen", erklärt Schwertner. Welche Kosten jedoch entstehen und von wem diese endgültig getragen werden, stünde noch nicht fest.

Während der eher unfreiwillig entstanden "Diva"-Systempause wird die HPA auch das Grafik-Programm überarbeiten, um es für Kraftfahrer "leichter verständlich zu machen", so Schwertner. Bis April 2013 sollen die Tafeln dann wieder stehen.

Langfristiges Ziel sei ohnehin die Ausstattung aller Lkw-Fahrer mit kleinen Tablets, über die sie eine für sie spezifisch erstellte Route bekommen können.