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Harburger Stadtgeschichte: Diskutieren Sie mit!
Wolfgang BeckerHarburg. Mit dem Umbau des Harburger Helms-Museums soll die Stadtgeschichte (Alte Feuerwache) eine neue Dauerausstellung bekommen, die...
Wolfgang Becker
Harburg.Mit dem Umbau des Harburger Helms-Museums soll die Stadtgeschichte (Alte Feuerwache) eine neue Dauerausstellung bekommen, die künftig ihren Platz im Haupthaus am Museumsplatz haben wird. Doch nur mit einem Umzug ist es nicht getan. Die Stadtgeschichtliche Abteilung soll nach einem völlig neuen Konzept gestaltet werden. Und das Beste: Inhaltlich dürfen die Harburger und alle Interessierten mitreden. Zu diesem Zweck wird jetzt am Dienstag, 22. Januar, ein Diskussionsforum im Internet freigeschaltet. Adresse: www.online-forum.helmsmuseum.de
Das Helms-Museum nutzt einen in der Museumswelt ungewöhnlichen und innovativen Weg, um mit seinen potenziellen Besuchern in einen intensiven Dialog zu treten. Ziel ist es, die Wünsche der Menschen zu erkennen und in die Konzeption einfließen zu lassen. Anders ausgedrückt: Die Harburger haben die einmalige Chance, die Darstellung ihrer Stadtgeschichte zu beeinflussen.
In enger Abstimmung mit der TuTech Innovation GmbH (Binnenhafen) hat Sibylle Küttner, Leiterin der Stadtgeschichtlichen Abteilung, die Inhalte der Internet-Plattform festgelegt und einen Rahmen für die Bürgerbeteiligung geschaffen. Bereits mehrfach ist das Demos-Forum in Hamburg zum Einsatz gekommen, um per Internet Meinungen abzufragen und Diskussionen zu ermöglichen. Finanziert wird die Aktion vom Museums- und Heimatverein Harburg Stadt und Land, dem Förderverein des Museums.
Ab Dienstag haben die Geschichts-interessierten nun freie Bahn, ihre Themen zu platzieren. Dabei richtet sich das Angebot an den Schüler genauso wie an den Wissenschaftler. Das Helms-Museum will wissen: Welche Bereiche der Harburger Stadtgeschichte sind den Besuchern am wichtigsten?
Einige Beispiele: Ein ganz wichtiges, weil prägendes Thema ist die Indus-trialisierung. Damals vor 150 Jahren kamen viele Menschen neu in das Städtchen mit teils umwälzenden Folgen. Auch die Geschichte Harburgs als Hafenstadt ist interessant. Oder: Wie war es damals eigentlich, als die Franzosen das Schloss besetzten und Harburg regierten? Ob Harburgs Stadtgründungsgeschichte vor gut 700 Jahren oder die jüngste Entwicklung, die in den 1970er-Jahren zum Umbau der Innenstadt führten das Spektrum der Themen könnte ein Buch füllen. Harburg während des Zweiten Weltkriegs zählt ebenso dazu wie die Geschichte des Dorf Lauenbruch, das schon vor vielen Jahrzehnten der Hafenentwicklung zum Opfer fiel. Was ist mit der Gilde, und wie lebten die Herzöge? Auch interaktive Ansätze (Familienforschung und Archivnutzung) sind ein Thema.
Und so funktioniert's: Auf der Internet-Seite lässt man sich registrieren und kann im Hauptforum sein Thema beschreiben. Andere Teilnehmer können kommentieren die Diskussion ist im Gange. Auch per Fax (0 40/4 28 71 26 84) oder Post (Helms-Museum, Stichwort: Bürgerbeteiligung, Museumsplatz 2, 21073 Hamburg) können Themen eingesandt werden, die dann ins Internet-Forum gestellt werden. Die Plattform bietet diverse Service-Funktionen. Nach dem 16. März sollen die Themen ausgewertet werden. Sibylle Küttner: "Ich hoffe sehr, dass sich viele Harburger beteiligen." Sie bittet als Moderatorin allerdings um Internet-Disziplin: "Wer Kritik oder Lob anbringen möchte, findet dazu Gelegenheit mit Diskussionsfunktion. Bitte nicht ins Hauptforum stellen!" Und: "Wer über den Rahmen des Museums Ideen zur Präsentation der Stadtgeschichte hat, sollte die ebenfalls unbedingt beisteuern."
