450 Menschen auf der Straße danach rappelvoller Rieckhof

Harburg: Rekord bei der Mai-Demo

Harburg. Firmen, die ohne Not Tausende Arbeitsplätze streichen, zunehmende Kinder- und Altersarmut auf der einen exorbitante Managergehälter und...
Harburg.

Firmen, die ohne Not Tausende Arbeitsplätze streichen, zunehmende Kinder- und Altersarmut auf der einen exorbitante Managergehälter und wachsender Reichtum auf der anderen Seite: Das Thema soziale Gerechtigkeit rückt auch in Harburg unübersehbar wieder stärker in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen Wahrnehmung. Obwohl der zeitgleiche Himmelfahrtstag mit vielen Veranstaltungen dem Tag der Arbeit Konkurrenz machte, zog es in diesem Jahr deutlich mehr Menschen zur traditionellen Mai-Demonstration auf den Sand als in den Jahren zuvor: Rund 450 Demonstranten und damit etwa doppelt so viele wie in den Vorjahren marschierten nach Schätzungen der Polizei gestern in einem langen Protestzug friedlich durch die Innenstadt und zeigten Flagge für eine gerechte Gesellschaft. Unter das Motto "Gute Arbeit muss drin sein", hatte der Deutsche Gewerkschaftsbund den Tag der Arbeit gestellt, die Themen Mindestlöhne, Altersarmut und Leiharbeit standen im Mittelpunkt der Kundgebungen.

Im rappelvollen Harburger Veranstaltungszentrum Rieckhof erlebten mehr als 500 Menschen anschließend eine außergewöhnlich Mai-Kundgebung, die es in dieser Konstellation so schnell nicht wieder geben wird: Seite an Seite warben der Propst des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Harburg, Jürgen F. Bollmann, und Gregor Gysi, Fraktionschef der Linken im Bundestag, für eine humane Gesellschaft mit Chancengleichheit und auskömmlichen Arbeitsverhältnissen für alle Menschen.

Mit Ovationen feierten die begeisterten Zuhörer den Bundespolitiker der Linken, der bewusst kämpferisch und in bekannt brillanter Rhetorik vortrug, was der Harburger Kirchenmann in leiseren Tönen aus christlicher Sicht so formulierte: "Auf dem Weg zwischen Geburt und Alter brauchen die Menschen eine Erwerbsarbeit, die ihnen die eine Existenz sichert."

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