Schächtenvon Schafengeduldet?
Die Staatsanwaltschaft Stade ermittelt gegen einen Fleischbetrieb, in dem Schafe ohne Betäubung ge-schächtet worden sein sollen. Zudem werde einer...
Die Staatsanwaltschaft Stade ermittelt gegen einen Fleischbetrieb, in dem Schafe ohne Betäubung ge-schächtet worden sein sollen. Zudem werde einer Amtstierärztin vorgeworfen, davon seit Jahren gewusst, aber nicht ge-handelt zu haben, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft gestern. Der Verein "Tierhilfe direkt" aus Bremervörde hatte Anzeige gegen den Betrieb aus dem Kreis Stade erstattet. Die Schlachtung ohne Betäubung ist religiöser Brauch im Islam und Judentum. Dafür ist aber eine Ausnahmegenehmigung nach dem Tierschutzgesetz nötig. Diese hat nach Angaben des Kreises und der Staatsanwaltschaft nicht vorgelegen. Das Schächten wird nach einem speziellen Ritus vorgenommen. Dabei wird mit einem langen, spitzen Messer ein Schnitt quer durch Halsschlagader, Speise- und Luftröhre des Tieres geführt. Es muss voll ausbluten. Nur dann kann das Gebot befolgt werden, sich des Blutgenusses zu enthalten. Die Tierschützer haben der Staatsanwaltschaft ein Video überreicht, das im Dezember 2007 in dem muslimischen Schlachtbetrieb aufgenommen worden sein soll. Weil aber heimlich gedreht wurde, sei dies nicht verwertbar, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. "Es wird sehr schwierig, die Vorwürfe nachzuweisen." Der Stader Landrat Michael Roesberg (parteilos) wies die Vorwürfe gegen die Amtstierärztin des Kreises als "vollkommen haltlos" zurück. Bereits 2004 habe es einen ersten Hinweis gegeben, dem die Behörde nachgegangen sei, sagte er. Doch es sei nichts entdeckt worden. Es habe regelmäßig Kontrollbesuche gegeben. Es sei aber nicht möglich, einen Betrieb rund um die Uhr zu kontrollieren.
