Umweltbehörde legt sechs neue Amphibienteiche im Eißendorfer Forst an

Sicherheit für Molch & Co.

Sonja SchmidtEißendorf. Der Amphibienschutz im Eißendorfer Forst ist gelungen. Seit Kurzem können sich Bürger auf Infotafeln über die...

Sonja Schmidt

Eißendorf.

Der Amphibienschutz im Eißendorfer Forst ist gelungen. Seit Kurzem können sich Bürger auf Infotafeln über die Ausgleichsmaßnahmen vor Ort erkundigen.

Lange Zeit lebten Frosch und Co. gefährlich. Da die Altmoränenlandschaft im Süden Hamburgs mit ihrem größtenteils sandigen Untergrund von Natur aus arm an Gewässern ist, wandern jährlich bis zu 80 Grasfrösche, 150 bis 300 Teichmolche und nahezu 2000 Erdkröten aus dem nördlich gelegenen Wald zu den wenigen Teichen der Umgebung, den Tongruben am Eichenhof. Die Überquerung des vielbefahrenen Vahrendorfer Stadtwegs wurde den Tieren nicht selten zum Verhängnis. Zählungen der Naturschutzorganistionen BUND und Nabu belegten, dass der Amphibienbestand von 1985 bis 1997 erheblich gesunken war. Um die Gefahren bei der Wanderung zu verringern, hat das Naturschutzreferat Harburg von 1998 bis 2002 insgesamt sechs Ausgleichsteiche für einheimische Amphibien bauen lassen. "Was der Natur bei Baumaßnahmen verloren ging, soll ihr durch Ausgleichsmaßnahmen zurückgegeben werden", erklärt Karsten Montag von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, Abteilung Naturschutz. So entstanden nördlich des Vahrendorfer Stadtwegs neue Waldgewässer mit unterschiedlichen Standortbedingungen. Bereits kurz nach dem Bau besiedelten zahlreiche Tiere die neuen Lebensräume. Ein Großteil der Gewässer sind sogenannte Himmelsteiche: Sie werden mit Regenwasser gespeist. Eine der ersten Teichanlagen aus dem Jahr 1998 wird jedoch ausschließlich mit Straßenwasser versorgt, welches durch spezielle Schachtanlagen, einer mäandernden Fließstrecke und Filteranlagen aufbereitet wird.

Um Wanderern im Eißendorfer Forst nähere Informationen über die Ausgleichsmaßnahme vermitteln zu können, stehen Infotafeln am Parkplatz "Erlental" und am Eingang Vahrendorfer Stadtweg. Gut sichtbar angebracht, verraten die Tafeln mehr über Größe, Alter und Tierbestände der Gewässeranlagen. Wanderer können sich auf einem Lageplan über die einzelnen Standorte der Teiche informieren. "Und wir wollen die Bürger aufmerksam machen, dass dies hier kein Entsorgungslager ist", betont Beate Hojda. Die Garten- und Landschaftsarchitektin hat an der Planung und Umsetzung des Projekts mitgewirkt. Dass einige Menschen nun ihre Goldfische in den neuen Teichen aussetzen, dafür habe sie kein Verständnis. In einer aufwendigen Aktion mussten aus den Teichen bereits einige Fische entfernt werden, denn es bestehe die Gefahr, dass sie den Laich der Amphibien fressen. Die Infotafeln sollen daher auch darüber informieren, dass ein solcher Eingriff in die Natur deren natürliche Entwicklung nachhaltig stören kann.

Die Ausgleichsmaßnahme hat mittlerweile für eine erfolgreiche Besiedelung der in der Region heimischen Bergmolche gesorgt. Auch Arten wie Kammmolch, Feuersalamander und Springfrosch können nun unbeschadet abseits der Straßen in die Laich- und Winterquartiere wandern.