80 Jahre Centrumshaus:Zeit zu feiern
Als mit dem Bau des Centrumshauses 1928 begonnen wurde, war noch nicht abzusehen, dass die Weltwirtschaftskrise vor der Tür stand. Harburg hatte den...
Als mit dem Bau des Centrumshauses 1928 begonnen wurde, war noch nicht abzusehen, dass die Weltwirtschaftskrise vor der Tür stand. Harburg hatte den Wandel zur Industriestadt abgeschlossen und gedieh prächtig. Bürgermeister Dudek wollte, dass sich dies auch im Stadtbild niederschlägt. Aus seinem Rathaus heraus blickte er jedoch auf ein kleines Elendsquartier, das zwischen Eißendorfer Straße und Rathaus entstanden war: den Stövers Gang. Elendsquartiere passten nicht ins Weimarer Ideal, und Walter Dudek passten sie schon gar nicht: Jeder Harburger sollte anständig wohnen dürfen, und die Innenstadt sollte Harburgs Funktion als Oberzentrum des Umlandes widerspiegeln. So war es Dudek ganz recht, dass zwei Handwerker die Grundstücke am Stövers Gang aufgekauft hatten, und mit Eugen Schnell ein Architekt bereitstand, der die städtebaulichen Ideale der Weimarer Zeit umsetzte.
Die Geschichte des Baus referierte der Stadtplaner Jens Usadel beim Empfang anlässlich des 80. Geburtstages des Centrumshauses. Hamburgs Wirtschaftssenator Axel Gedaschko und der Harburger Baudezernent Jörg Penner kamen in ihren Grußworten jedoch ebenfalls häufig auf die Geschichte des Centrumshauses zurück und zogen Parallelen. War Harburg damals ein wirkliches Oberzentrum für die Region, wird es heute gerade noch seiner Funktion als Bezirkszentrum gerecht, sagte Gedaschko. Das muss aber nicht so bleiben und soll es auch nicht. Das Centrumshaus ist ein gutes Beispiel dafür, dass Geschäfte in Harburg florieren können, wenn möglichst wenig Einzelinteressen gegeneinander stehen. Er begrüßte deshalb das Zustandekommen des Business Improvement District (BID) in der Harburger Innenstadt. Was Harburg gelingen muss, ist, die Käufer aus dem Umland hier zu halten, anstatt dass sie nach Hamburg weiterfahren. "1928 wie heute boomte Harburg", sagte Jörg Penner, und wie Dudek damals haben wir heute die Aufgabe, die Stadt anzupassen. Dabei gelte es vor allem, die Wunden zu schließen, die der Umbau Harburgs in den 70er- und 80er-Jahren hinterlassen habe. So könne sich Penner durchaus vorstellen, die Knoopstraße zur gleichberechtigten Nutzung durch Fußgänger und Autofahrer umzuwidmen, wenn die Bezirksbehörden dort fertig gestellt sind.
200 Gäste aus Kommunalpolitik und Harburger Wirtschaft lauschten den Vorträgen. Danach begann das Straßenfest, bei dem die Gewerbemieter des Hauses zeigten, was noch in dem alten Gebäude steckt.
