Im Eißendorfer Forst entsteht ein weiteres Feuchtbiotop
Ein Herz für den Grasfrosch
Wolfgang BeckerEißendorf. Die Harburger Bezirksverwaltung plant gemeinsam mit der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) die Einrichtung eines...
Wolfgang Becker
Eißendorf.Die Harburger Bezirksverwaltung plant gemeinsam mit der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) die Einrichtung eines weiteren großen Feuchtbiotops im Eißendorfer Forst. Wie Sprecherin Petra Schulz den HAN jetzt sagte, sollen im Stuck rund 4000 Quadratmeter Wasserfläche angelegt werden als neue Heimat für Grasfrosch und Co. Rund 150 000 Euro sollen in das Projekt investiert werden. Ein Landschaftsarchitekt ist mit der Umsetzung beauftragt worden. Er soll in dem Waldgebiet einen Teich und zwei Wasserrückhaltebecken mit sogenannten Dauerwasserzonen bauen.
Das Gebiet Im Stuck liegt westlich der A261 etwa auf Höhe von Lürade. Dort ist der Boden aufgrund der Topografie ohnehin häufig feucht. Bis Mitte Mai soll hier nun eine Teichanlage entstehen. Ziel ist es, die Population von Laub- und Grasfröschen, aber auch anderen Amphibienarten (Kröten, Molche) zu fördern. Das diese Tiere künstliche Gewässer annehmen, ist bereits in Appelbüttel mit gro-ßem Erfolg nachgewiesen worden. Dort sind im Grund nahe der Buskehre am Vahrendorfer Stadtweg in den vergangenen Jahren nicht nur Teiche, sondern auch eine aufwendige Filteranlage für das Oberflächenwasser der B75 entstanden. Kostenpunkt: rund 200 000 Euro. In den Teichen finden sich zahlreiche Amphibien.
Das Engagement des Bezirks kommt nicht von ungefähr: Bezirksamtsleiter Torsten Meinberg hat im vorigen Jahr sein Herz für Grasfrösche entdeckt. Im Rahmen einer Konferenz für Biodiversität hatte er 2008 die Patenschaft für den Grasfrosch übernommen. Die anderen sechs Bezirksamtsleiter haben ebenfalls jeweils eine bedrohte Art besonders im Blick. Der Bezirk Harburg will zu dem aktuellen Bauvorhaben 50 000 Euro beisteuern, die Behörde stockt den Betrag auf 150 000 Euro auf. Die Harburger Forstabteilung und das Naturschutzamt (BSU) betreuen das Projekt gemeinsam.
Laut Petra Schulz sind weitere Maßnahmen zur Förderung der Grasfrosch-Population in Vorbereitung. So soll es beispielsweise eine Kartierung geben, um Informationen über das Vorkommen dieser Art zu bündeln. Und in einer Broschüre sollen Harburger Grundstücksbesitzer darüber informiert werden, was sie zum Artenschutz beitragen können.
