Wenn der Fressnapf leer bleibt: Tiertafel als Retter in der Not

Ein Hundeleben mit Hartz IV

Harburg. Wenn die Kosten steigen und die Einnahmen sinken, müssen die Bürger an allem sparen. "Und das sind leider viel zu oft Haustiere", sagt...
Harburg.

Wenn die Kosten steigen und die Einnahmen sinken, müssen die Bürger an allem sparen. "Und das sind leider viel zu oft Haustiere", sagt Selina Martens, Leiterin des Lüneburger Tierheims. Seit der Einführung von Hartz IV werden in ihrer Einrichtung vermehrt auch kranke oder alte Tiere abgegeben, hat sie beobachtet. Seit sich nun auch die Wirtschaftskrise bemerkbar mache, werde es für Tierhalter in prekären Situationen noch enger. Der Grund, die Tiere abzugeben, sei nicht Herzlosigkeit, sondern dass die Kosten für Futter und Tierarztbehandlungen vielfach nicht mehr aufgebracht werden können. "Tierhaltung wird zum Luxus", so Martens.

Tierheime und Auffangstationen im Landkreis Harburg verzeichnen noch keinen Anstieg. "Das ist wohl mehr ein Problem in größeren Städten. Bis jetzt jedenfalls", so Doris Metternich, Leiterin des Tierheims in Buchholz. Die Mitarbeiter der Nothilfe für Polarhunde in Bienenbüttel eine Auffangstation für Schlittenhunde versuchen im Vorfeld, Hundefreunde, die einen Husky adoptieren wollen, auf den finanziellen Aufwand aufmerksam zu machen. "Wir wollen nicht, dass ein Hund aus finanziellen Gründen wieder abgegeben werden muss. Das ist schlimm für die Tiere aber auch für die Besitzer", so Heike Otter von der Nothilfe.

Um Tierbesitzern in prekären Lebenssituationen zu helfen, hatte Claudia Hollm (44) aus Rathenow vor zwei Jahren die Idee, das "Tafelmodell" auch auf Tiere anzuwenden mit Erfolg.

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