Stadtteilschulen ohne Oberstufe?
Süderelbe: Weiter Weg zum Abitur
Neuwiedenthal / Neugraben / Fischbek (fk). "An Hamburgs Schulen sollen alle Kinder und Jugendlichen optimal gefördert werden, damit mehr Schülerinnen...
"An Hamburgs Schulen sollen alle Kinder und Jugendlichen optimal gefördert werden, damit mehr Schülerinnen und Schüler das Abitur schaffen." So steht es im Rahmenkonzept der Hamburger Schulreform. Das soll nicht nur an den Gymnasien gelten, sondern auch an der neugeschaffenen Schulform, der Stadtteilschule. Und hier liegt für die Süderelberegion das Problem: Denn in den zukünftigen Stadtteilschulen des Gebiets Neugraben-Fischbek, Neuwiedenthal und Hausbruch gibt es laut Herbststatistik 2008 nicht ausreichend Schüler für eine eigene Oberstufe.
Andrea Rugbarth, SPD-Abgeordnete in der Hamburger Bürgerschaft aus Langenhorn, hatte die Diskussion ins Rollen gebracht. In einem Interview der Tageszeitung "taz" hatte Hamburgs Schulsenatorin Christa Goetsch auf die Frage nach den regionalen Chancen für ein Abitur gesagt: "Die Chancen sind überall gleich." Daraufhin hatte die SPD-Abgeordnete die aktuellen Statistiken der Schulbehörde einmal genauer durchgesehen. Diese dienen den Mitgliedern der Regionalen Schulentwicklungskonferenzen (RSK) als Grundlage für die Ausarbeitung von Empfehlungen zu den Schulstandorten nach der Reform. An den Stadtteilschulen soll laut Vorgabe der Schulbehörde die Oberstufe also von der elften Klasse bis zum Abitur mindestens dreizügig sein. Rugbarth entdeckte sechs Regionen, in denen hierfür das Potenzial fehlt die, bis auf die Neugrabener Region, alle nördlich der Elbe liegen.
Hier im Bereich zwischen A7 und Landesgrenze gibt es als spätere Stadtteilschulen derzeit die Haupt- und Realschule Am Falkenberg sowie die Gesamschulen Fischbek und Süderelbe. Aber selbst, wenn sich diese zusammenschließen, gibt es nach dem derzeitigen Stand nicht ausreichend Jugendliche für eine Oberstufe. Hans-Peter de Lorent, Leiter der Planungsstelle zur Schulreform in der Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB), räumte ein: "Kurzfristig wird es schwierig." Da werden man auch "an Kooperationen über die Regionsgrenzen hinaus nachdenken müssen". Im Klartext: Schüler der drei erwähnten Schulen müssen, wenn sie ihr Abitur machen wollen, zur elften Klasse die Schule wechseln. Wohin, steht noch nicht fest, aber der Schulweg dürfte für die meisten länger werden.
Die Behörde hoffe, dass sich das Problem langfristig von selbst lösen wird, so de Lorent: "Wir glauben ja, dass nach der Schulreform auch in den Stadtteilschulen mehr potenzielle Abiturienten heranwachsen." Auch sei man zuversichtlich, durch die Schulreform die Wanderbewegungen zu stoppen. Spätestens zum Schuljahr 2010/2011 sollen die Verände-rungen umgesetzt werden. Bis dann in allen Regionen auch an den Stadtteilschulen eine Oberstufe eingerichtet wird, so de Lorent, "kann es noch ein paar Jahre dauern".
