Was blüht denn da?
Wilde Möhre sieht aus wie Holunder
Ihre weißen Blütenstände hat bestimmt jeder schon mal gesehen. Sind sie voll aufgeblüht, sehen sie aus wie Holunderblütendolden.
Ihre weißen Blütenstände hat bestimmt jeder schon mal gesehen. Sind sie voll aufgeblüht, sehen sie aus wie Holunderblütendolden. Wer sie von Nahem betrachtet, wird in der Mitte eine winzig kleine dunkelrote Blüte erkennen: das typische Kennzeichen der Wilden Möhre, die in unserer Region noch bis Oktober blühen wird.
Die Wilde Möhre ist die Urform unserer Gartenmöhre, die Norddeutsche meistens Wurzel nennen. Wer eine Wilde Möhre an die Nase hält, dem wird schnell klar, weshalb die Verwandtschaft von Wilder und Kultur-Möhre nicht weiter bewiesen werden muss: Sie riecht wie eine Möhre, die frisch aus dem Gemüsebeet gezogen wurde. Natürlich gibt es auch einen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass die Wilde Möhre die Urmutter unserer Kulturmöhre ist: Auch ihre Wurzel enthält Karotin, das Provitamin A, und Vitamine der B-Gruppe.
Die Möhrenwildform ist allerdings geschmacklich eine Enttäuschung - abgesehen von dem Umstand, dass man für ein Essen ungezählte Exemplare ausreißen und zubereiten müsste, weil sie kaum die Dicke eines schlanken Kugelschreibers erreichen. Roh schmeckt die Wilde Möhre eher bitterherb und ist obendrein nicht angenehm zu kauen, da reichlich zäh.
Auch in gekochtem Zustand ändert sich daran wenig. Deshalb genießenwir lieber ihren sommerlich-frischen Anblick. Und der ist schon seit etlichen Wochen an vielen Stellen in Harburg Stadt und Land möglich. Hauptsache, der Standort ist hell und sonnig und der Boden nicht zu feucht.
Wussten Sie übrigens, dass die Kultivierung von Wildkräutern und -blumen schon vor weit mehr als zwei Jahrtausenden begann? Schon die alten Römer und Griechen wussten Gemüse zu schätzen. Aus der Antike sind Speisezettel überliefert, die belegen, dass es schon damals Möhren, Spinat, Erbsen, Linsen und Sellerie gab sowie verschiedene Kopfsalat-Sorten und Würzkräuter wie Petersilie, Safran und Lorbeer. Auch damals gab es übrigens schon Genießer von Rang: Von dem griechischen Philosophen Platon (427 oder 428 vor Christus geboren) wissen wir, dass er Möhren gern aß, Spargel jedoch über alles liebte . . .
