Nenndorfer Stubentiger als Pelze in internationalen Boutiquen?
Jagd auf professionelle "Katzensammler"
Erneut hat ein unbekannter Katzendieb in der Gemeinde Rosengarten zugeschlagen. Diesmal hat er es auf Samtpfoten in Nenndorf abgesehen. In Abständen...
Von Aleta Sopha
Nenndorf.Erneut hat ein unbekannter Katzendieb in der Gemeinde Rosengarten zugeschlagen. Diesmal hat er es auf Samtpfoten in Nenndorf abgesehen. In Abständen von vier bis fünf Wochen verschwinden immer wieder Katzen auf bislang ungeklärte Weise. Verdächtig dabei ist, dass das Phänomen immer häufiger in Zusammenhang mit Altkleidersammlungen oder Sperrmüll- abholungen auftritt. Die Tierliebhaber des beschaulichen Ortes sind ratlos, lassen ihre geliebten Vierbeiner immer öfter im Haus.
Unter den Nenndorfern kursieren mittlerweile viele Gerüchte über den Dieb, aber niemand kennt das Gesicht des Täters. So sollen die Tiere über Duftstoffe in Fallen gelockt werden, anschließend werde ihnen kurzerhand das Fell abgezogen. Diese würden dann über die mittlerweile geöffneten Grenzen in Richtung Osteuropa transportiert, um dort zu Pelzen und Spielzeugen verarbeitet zu werden.
Pao-Sarai Sopha aus Rosengarten ist verzweifelt. "Seitdem ich vor zwei Jahren nach Nenndorf gezogen bin, habe ich vier Katzen verloren", sagt die19-Jährige traurig. Anfangs glaubte sie nicht an einen Dieb, doch mittlerweile ist auch sie fest davonüberzeugt, dass das nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Auf Anfrage beim Tierheim in Buchholz bezüglich eines auffälligen Katzenschwunds im Landkreis berichtet Mitarbeiterin Heidi Landschulze, dass die Zahl verschwundener Stubentiger vor zwei Jahren plötzlich drastisch angestiegen sei. "Seitdem kommen in unregelmäßigen Abständen immer wieder Meldungen rein, wonach die Katzen unauffindbar verschwinden", sagt sie weiter.
Da sich die Polizei mangels Beweisen bislang noch nicht eingeschaltet hat, planen die betroffenen Anwohner, sich auf die Lauer zu legen. "Wir können nicht weiter tatenlos zusehen, wie hier eine Katze nach der anderen verschwindet", sagt Corinna Stark. Die 42-Jährige füttert regelmäßig verwilderte Tiere auf dem Gelände eines Hotels im Ort und einer benachbarten Spedition.
Damit endlich Licht in das dunkle Kapitel gebracht werden kann, benötigen die Betroffenen auch die Hilfe der HAN-Leser. Wer etwas gesehen hat oder ähnliche Hinweise hat, ist gebeten, sich bei Aleta Sopha unter Telefon 01 71/71 77 271 - oder bei der Polizei - zu melden. "Bitte helfen Sie uns, jeder Tipp könnte Katzenleben retten", bittet Pao-Sarai Sopha.
