Senat ignoriert Sorgen der B75-Anwohner in Eißendorf
"Es ändert sich nichts"
Wie weit die Wahrnehmungen zwischen den Eißendorfer Anwohnern der B75 und der Stadt Hamburg auseinandergehen, geht jetzt erneut aus einer...
Von Florian Kleist
HarburgWie weit die Wahrnehmungen zwischen den Eißendorfer Anwohnern der B75 und der Stadt Hamburg auseinandergehen, geht jetzt erneut aus einer Senats-Antwort hervor: So ist weder eine von den Bürgern geforderte dauerhafte Geschwindigkeitsüberwachung geplant, noch wird davon ausgegangen, dass die Verlagerung der Reichsstraße Auswirkungen auf die Verkehrssituation an der B75 haben wird. Das geht aus der Antwort auf eine Bürgerschaftsanfrage des SPD-Abgeordneten Sören Schumacher aus Marmstorf hervor.
Auch wird aus der Drucksache deutlich, dass der Lkw-Verkehr seit der Einführung der Mautgebühr auf diesem Abschnitt der B75 nicht zurückgegangen, sondern vielmehr angestiegen ist: Als 2006 nur auf den Autobahnen Maut kassiert wurde, wurden im Durchschnitt 1400 Lkw pro Stunde zwischen Eißendorfer Mühlenweg und Hohe Straße gezählt: Im vergangenen Jahr - mit bemauteter Bundesstraße - waren es l700. Diese Zahl basiert allerdings nicht auf einem Durchschnitt aus mehreren Zählungen - wie 2006 -, sondern lediglich aus einer Einzelzählung am 6. März 2008. Für 2009 werden keine Zahlen genannt. Für Schumacher ein Hinweis auf das Desinteresse des Senats für die Situation: "Die Entwicklung des Verkehrsaufkommens in den vergangenen zwei Jahren lässt sich nicht nachweisen. Allerdings sind auch die vorliegenden Ergebnisse Beweis genug dafür, dass die Anwohner allen Grund haben, auf die Barrikaden zu gehen." Wie berichtet, befürchten Anwohner, die sich inzwischen als "Die Engagierten Harburger" zusammengeschlossen haben, dass durch die Verlagerung der Wilhelmsburger Reichsstraße an die Bahntrasse die Bremer Straße quasi zu einer Durchgangsautobahn mutiert. Dieses Thema berührt einen Dauerstreitpunkt zwischen der Stadt und zahlreichen Bürgerinitiativen: Während die eine Seite behauptet, die Reichsstraße würde nur räumlich verlagert - im Kern verändere sich gegenüber der bisherigen Straße außer verbessertem Lärmschutz aber kaum etwas -, spricht die Gegenseite von einer neuen Autobahn. Entsprechend antwortet der Senat auch jetzt auf die Frage "Welche Auswirkungen wird die Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße auf die Verkehrssituation in der Bremer Straße/75 haben?" nur mit einem Wort: "Keine".
