Riepenhausenweg 18: Mieter ärgert der Blick aus dem Fenster
Ein Baumsturz und die Folgen
"Wenn Du das auf den Kopf bekommst, bist Du weg vom Fenster", sagt der 54-Jährige, einer von 24 Mietern des Mehrfamilienhauses im Riepenhausenweg 18....
Von Jan Schubert
Heimfeld."Wenn Du das auf den Kopf bekommst, bist Du weg vom Fenster", sagt der 54-Jährige, einer von 24 Mietern des Mehrfamilienhauses im Riepenhausenweg 18. Er spricht von einem Vorfall aus der Nacht zum vergangenen Montag (1. März) in Heimfeld.
Sturmtief "Xynthia" wütete im Hamburger Süden und ganzbesonders heftig vor dem Wohnhaus an der Grenze von Heimfeld zu Eißendorf. Dort wurde mitten in der Nacht ein Baum entwurzelt, der mit einem Knall auf den Gehweg zwischen mehreren Wohnhäusern fiel. Eine 31-jährige Bewohnerin, die "irgendwann zwischen 2 und 3 Uhr den heftigen Knall" vernommen hatte und diesen zunächst nicht einordnen konnte, entdeckte gegen 4 Uhr den Baumtorso beim Verlassen des Hauses: "Das ist gefährlich. Die längeren Bäume können in unserem Haus die Scheiben einschlagen", meint die Zeugin.
Der Weg zwischen den Häusern im Riepenhausenweg wird auch als Schulweg genutzt: In der Nähe liegen die Haupt- und Realschulen an der Weusthoffstraße sowie am Ehestorfer Weg als auch die Grundschule Dempwolffstraße. Die Mieter des Hauses beobachteten, dass Schüler an besagtem Morgen den umgestürzten Baum umkurvten - bis er gegen 12 Uhr entfernt wurde. "Wenn ein Kind dort unterwegs gewesen wäre, als der Baum fiel! Da wäre der Kopf weg!", malt sich die 31-jährige Mieterinaus.
Den 54-jährigen Mieter, seine 45 Jahre alte Frau und die zwölfjährige Tochter stört die Baumgruppe auch im Sommer: "Wir müssen immer das Licht einschalten." Denn unter den Bäumen vor der Fensterfront sind nicht nur tote, sondern auch lebendige, die durch ihr Laub in mancher Wohnung für Dunkelheit sorgen. Kurzum: Die Bäume sollen weg, weil sie auf der einen Seite eine Gefahr darstellen und auf der anderen Seite die Lebensqualität mancher Mieter mindern. "Wir reden seit zehn Jahren mit dem Hausmeister über die Bäume, aber getan hat sich nichts", sagt der 54-Jährige.
Alles halb so wild, meint Carl Mario Spitzmüller, Sprecher der Wohnungsbaugesellschaft Saga, zu der Riepenhausenweg 18 gehört. Der vom Sturm umgestürzte Baum sei am 1. März zeitnah entfernt worden. Die Saga sei den Hinweisen der Mieter, dass dort mehrere Bäume krank seien, nachgegangen. "Wenn Zweifel über den Gesundheitszustand der Bäume bestehen, wird ein Baumprüfer bestellt. Erst dann erfolgt eventuell Meldung beim Bezirk", sagt Spitzmüller. Der umgefallene Baum sei aber nun einmal ein Fall von "höherer Gewalt" gewesen.
Mittlerweile sind einige Bäume vor dem Saga-Haus rot markiert worden. Ein Hinweis darauf, wie Bezirksamtssprecherin Petra Schulz sagt, dass die fraglichen Bäume derzeit untersucht werden - ob sie bereits tot oder noch lebendig sind. Eine Sichtbehinderung oder Verdunkelung sei indes "kein guter Grund für eine Baumfällung", so Petra Schulz. Der 54-jährige Mieter stellt noch einmal klar: "Wir haben nichts gegen Bäume, aber die vor unserem Fenster stören wirklich."
