Kritik an Neuansiedlung

Bauhaus-Pläne Gift für die City?

Wolfgang BeckerHarburg. Im Zuge der Öffentlichen Plandiskussion über die Bauvorhaben an der Schlachthofstraße in Harburg hat die Aktionsgemeinschaft...
Wolfgang Becker

Harburg. Im Zuge der Öffentlichen Plandiskussion über die Bauvorhaben an der Schlachthofstraße in Harburg hat die Aktionsgemeinschaft Harburg ihre Bedenken bekräftigt. Wie berichtet, will die Baumarktkette Bauhaus in die denkmalgeschützten Hallen des ehemaligen Bahn-Ausbesserungswerks einziehen. Dahinter soll die Großhandelskette Fegro eine neue Halle bekommen. Investor ist in beiden Fällen das Hamburger Unternehmen Büll & Dr. Liedtke. Insgesamt geht es um ein Investitionsvolumen von 55 Millionen Euro.

Der Vorstand der Aktionsgemeinschaft Harburg ist gegen das Vorhaben. In der jüngsten Mitteilung zu dem Thema heißt es: "Aufgrund der erheblichen Verschiebung der Einzelhandelsströme in der Harburger City halten wir eine Erweiterung der Handelsflächen außerhalb des Innenstadtkerns für äußerst bedenklich." Nachdem bereits am Großmoorbogen weitere Einzelhandelsflächen hinzugekommen seien und sich die Besucherströme zum Phoenix-Center hin verlagert hätten, werde die Entwicklung von Flächen am östlichen Rand zu weiteren Schädigungen der Harburger City führen. Mit rund 25 000 Quadratmetern Verkaufsfläche habe das Schlachthofstraßen-Projekt eine ähnliche Dimension wie das Phoenix-Center. Zudem sei die Verkehrsentwicklung nicht ausgewogen.

Wie berichtet, handelt es sich bei Fegro um einen Großhandelsmarkt vergleichbar der Metro. Für den normalen Verbraucher ist der Zugang nicht gestattet. Beobachter der Entwicklung erwarten hier eher Auswirkungen auf den benachbarten Handelshof und die Metro am Großmoorbogen. Bauhaus wird sich dagegen auf die Umsätze der Baumärkte Obi, Toom und Bahr auswirken, wie während der Plandiskussion bereits kritisiert worden war. Allerdings: Bauhaus hatte den Standort Harburg am Großmoorbogen erst vor kurzem aufgegeben und in Moorfleet in Nachbarschaft zu Ikea neu gebaut. Jetzt kommt Bauhaus zurück.

Die direkten Anlieger sehen die künftigen Nachbarn mit gemischten Gefühlen. Sie befürchten ein Verkehrschaos, denn das Bahngelände ist nur über die relativ enge Schlachthofstraße zu erreichen. Sie fordern deshalb eine Unterbindung des Durchgangsverkehrs (Container, Post, Phoenix) vor allem um den Gebäudebestand zu schützen. Von der Untergrundbeschaffenheit sei die Straße für Schwerlastverkehr nicht geeignet. In der Tat gilt die Strecke als "Schleichweg" und Nebenstrecke Richtung Autobahn. Zudem führen die Anlieger an, daß es durch den Bau des Kompetenzzentrums der Handwerkskammer Hamburg sowie die Einrichtung einer weiteren Gewerbefläche an der Schlachthofstraße (Bebauungsplanentwurf Harburg 66/Neuland 22) zusätzliche Belastungen geben wird.