Vereinschef soll in die Kasse gegriffen haben
Stöcktes Narren im Schock
Claudia MichaelisStöckte. Normalerweise sind pures Vergnügen und gute Laune angesagt, wenn die Stöckter Faslamsbrüder in die Öffentlichkeit treten....
Claudia Michaelis
Stöckte. Normalerweise sind pures Vergnügen und gute Laune angesagt, wenn die Stöckter Faslamsbrüder in die Öffentlichkeit treten. In diesen Tagen allerdings ist dem Vorstand des traditionsreichen Winsener Vereins mit seinen 410 Mitgliedern ganz und gar nicht zum Scherzen zumute: Mitten in die auf Hochtouren laufenden Vorbereitungen zur Stöckter Faslam, die als größte weit und breit am kommenden Sonntag, 18. Februar, wieder mehrere 10 000 Besucher zum großen Festumzug in die Winsener City ziehen wird, ist der Verein in die größte Krise seines 30-jährigen Bestehens gestürzt: Auf Druck seiner Mitstreiter hat der Erste Vorsitzende des Faslamsvereins, Jörn Ketzer, Anfang Februar sein Amt an der Spitze des Vereins niedergelegt. Der Verdacht gegen ihn wiegt schwer: Ketzer soll Vereinsgeld für private Zwecke ausgegeben haben. Konkret geht es nach Angaben von Vereinssprecher Axel Kürschner um einen Betrag in vierstelliger Höhe. Noch habe der Verein keine Strafanzeige gestellt, die Angelegenheit zunächst einem Notar übergeben. Der Notar soll nun prüfen, ob sich der Ex-Vereinschef an seine Ankündigung hält, sich selbst anzuzeigen. Sollte er dies nicht tun, werde der Verein Strafanzeige stellen. Einen entsprechenden Beschluss habe die Mitgliederversammlung bereits gefasst.
Dass in der Kasse etwas nicht stimmt, war bereits im Januar aufgefallen. Geld, das Ketzer für einen bestimmten Zweck anvertraut worden war, gab er dafür nicht aus, nutzte es offenbar privat. Daraufhin habe ihm der Verein Gelegenheit gegeben, das Geld zurückzuzahlen, was jedoch bis auf einen äußerst geringen Betrag nicht geschehen sei. Was die Faslamsbrüder besonders bestürzt: Ketzer gehört dem Verein bereits seit vielen Jahren an, war allein neun Jahre lang im Vorstand tätig. In Vereinskreisen gilt er als altgedienter Faslamsbruder, der auch in den gut zwei Jahren seiner Tätigkeit als Vorsitzender viel Gutes bewegt hat.
Trotz des vergleichsweise hohen Fehlbetrags gerät der Verein nach eigener Auskunft jedoch nicht in die finanzielle Schieflage. "Hätten wir in den vergangenen Jahren nicht immer so gut und solide gewirtschaftet, wäre dies vielleicht anders", sagt Kürschner.
Der ehemalige Vereinschef war gestern trotz zahlreicher Versuche für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
Stöckte. Normalerweise sind pures Vergnügen und gute Laune angesagt, wenn die Stöckter Faslamsbrüder in die Öffentlichkeit treten. In diesen Tagen allerdings ist dem Vorstand des traditionsreichen Winsener Vereins mit seinen 410 Mitgliedern ganz und gar nicht zum Scherzen zumute: Mitten in die auf Hochtouren laufenden Vorbereitungen zur Stöckter Faslam, die als größte weit und breit am kommenden Sonntag, 18. Februar, wieder mehrere 10 000 Besucher zum großen Festumzug in die Winsener City ziehen wird, ist der Verein in die größte Krise seines 30-jährigen Bestehens gestürzt: Auf Druck seiner Mitstreiter hat der Erste Vorsitzende des Faslamsvereins, Jörn Ketzer, Anfang Februar sein Amt an der Spitze des Vereins niedergelegt. Der Verdacht gegen ihn wiegt schwer: Ketzer soll Vereinsgeld für private Zwecke ausgegeben haben. Konkret geht es nach Angaben von Vereinssprecher Axel Kürschner um einen Betrag in vierstelliger Höhe. Noch habe der Verein keine Strafanzeige gestellt, die Angelegenheit zunächst einem Notar übergeben. Der Notar soll nun prüfen, ob sich der Ex-Vereinschef an seine Ankündigung hält, sich selbst anzuzeigen. Sollte er dies nicht tun, werde der Verein Strafanzeige stellen. Einen entsprechenden Beschluss habe die Mitgliederversammlung bereits gefasst.
Dass in der Kasse etwas nicht stimmt, war bereits im Januar aufgefallen. Geld, das Ketzer für einen bestimmten Zweck anvertraut worden war, gab er dafür nicht aus, nutzte es offenbar privat. Daraufhin habe ihm der Verein Gelegenheit gegeben, das Geld zurückzuzahlen, was jedoch bis auf einen äußerst geringen Betrag nicht geschehen sei. Was die Faslamsbrüder besonders bestürzt: Ketzer gehört dem Verein bereits seit vielen Jahren an, war allein neun Jahre lang im Vorstand tätig. In Vereinskreisen gilt er als altgedienter Faslamsbruder, der auch in den gut zwei Jahren seiner Tätigkeit als Vorsitzender viel Gutes bewegt hat.
Trotz des vergleichsweise hohen Fehlbetrags gerät der Verein nach eigener Auskunft jedoch nicht in die finanzielle Schieflage. "Hätten wir in den vergangenen Jahren nicht immer so gut und solide gewirtschaftet, wäre dies vielleicht anders", sagt Kürschner.
Der ehemalige Vereinschef war gestern trotz zahlreicher Versuche für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
