Verein nimmt seine Arbeit auf

"Eine Schule für alle im Landkreis"

Claudia MichaelisBuchholz. Die Buchholzer Gesamtschul-Initiative "Eine Schule für alle im Landkreis Harburg" nimmt ab sofort als eingetragener Verein...
Claudia Michaelis

Buchholz. Die Buchholzer Gesamtschul-Initiative "Eine Schule für alle im Landkreis Harburg" nimmt ab sofort als eingetragener Verein ihre Arbeit auf. In den fünfköpfigen Vorstand des Vereins, der im Landkreis für eine Alternative zum gegliederten Schulsystem kämpfen will, wurden Bernd Grafe-Ulke als Erster Vorsitzender, die Buchholzer SPD-Landtagsabgeordnete Silva Seeler als Vize-Vorsitzende, Remo Rauber als Schatzmeister, Gunda Risch als Schriftführerin sowie Anke Graf als Beisitzerin gewählt.

"Wir wollen den Eltern für ihre Kinder eine Alternative zum gegliederten Schulsystem bieten, weil wir die Aufteilung nach der vierten Klasse für unzeitgemäß und ungerecht halten", sagt Bildungspolitikerin Seeler. In der einen Schule für alle gingen alle Kinder mit gleichen Chancen an den Start und würden ihren individuellen Fähigkeiten entsprechend gefördert. Aus diesem Grund setze sich der Verein für ein Gesamtschulangebot im Landkreis ein.

Der frisch formierte Verein wolle unter anderem eng mit der "Initiative für eine weiterführende Schule für die Samtgemeinde Jesteburg" zusammenarbeiten, kündigt Grafe-Ulke an. Wie berichtet, denken die Jesteburger zur langfristigen Sicherung des gefährdeten Schulstandorts Jesteburg ebenfalls über ein alternatives Modell für eine weiterführende Schule in der Samtgemeinde nach. "Ganz offensichtlich formiert sich auf sehr breiter Ebene der Wunsch nach einer kindgerechteren Schule", stellt Grafe-Ulke fest.

In die Satzung hat sich der neue Verein geschrieben, dass "die Gründung innovativer, integrierter Gesamtschulen im Sinne der Idee ,Eine Schule für alle' gefordert, gefördert und begleitet wird". Die Schule für alle sei also kein Etikettenschwindel, sondern beziehe tatsächlich alle Kinder ein: behinderte, hochbegabte, alle Kinder mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen.

Damit möglichst jeder, der den Verein als Mitglied unterstützen möchte, dies auch tun kann, hat der Vorstand einen jährlichen Mitgliedsbeitrag von zwölf Euro beschlossen. "Natürlich ist es erlaubt, etwas mehr in die Vereinskasse einzuzahlen. Jeder Euro erleichtert die Umsetzung von Aktionen und Veranstaltungen. Wer Interesse an einer Mitgliedschaft im Verein Eine Schule für alle im Landkreis Harburg" hat, kann sich unter Telefon 0 41 81/28 31 15 an Bernd Grafe-Ulke oder unter Telefon 0 41 81/3 79 64 an Silva Seeler wenden.

Unterstützung für den neuen Verein kommt unterdessen auch von der Linkspartei im Landkreis um den Buchholzer Bundestagsabgeordneten Herbert Schui. "Endlich entsteht eine Gegenbewegung zum längst überholten gegliederten Schulsystem", begrüßt der emeritierte Buchholzer Wirtschaftsprofessor die Gründung. Er hoffe, dass sich demnächst auch Eltern aus anderen Teilen des Landkreises zusammentäten und protestierten. Die Landesregierung sein in der Pflicht, für eine vielfältige Schullandschaft zu sorgen.

Christiane Melcher, Vorstandsmitglied der Linken im Landkreis und selbst Lehrerin, verweist auf die vielen anderen europäischen Länder, die zeigten, dass es auch anders und besser gehe als hierzulande. "Von diesen Ländern, zum Beispiel Schweden, können wir in Bezug auf das Bildungssystem lernen", sagt sie. Beide wünschen der Initiative Erfolg und Kraft, ihre Ideen durchzusetzen.