Wilhelmsburg: Streit um Mieterhöhungen für 191 Wohnungen des Bauvereins
Der 20-Prozent-Schock am Reiherstieg
Die Bestürzung ist groß. Sowohl auf Seiten der Mieter als auch des Vermieters. Seit vor mehr als einem Monat 191 Mitglieder der...
Die Bestürzung ist groß. Sowohl auf Seiten der Mieter als auch des Vermieters. Seit vor mehr als einem Monat 191 Mitglieder der Wohnungsbaugenossenschaft "Bauverein Reiherstieg" ein Mieterhöhungsbegehren bekommen haben, geht im Reiherstieg-Viertel in Wilhelmsburg sprichwörtlich die Post ab. Mal sind Briefe von besorgten Mitgliedern in den Briefkästen, die zum Zusammenschluss aufrufen, mal sind es Briefe vom ebenso besorgten Vorstand des Bauvereins, die wiederum den Inhalt der Mitgliederbriefe scharf kritisieren. Mindestens zwei Dutzend Mieter, die sich im "Mieter Forum Reiherstieg" zusammen geschlossen haben, wollen die geforderte Mieterhöhung von 11,3 Prozent durchschnittlich 25 Euro mehr im Monat nicht einfach akzeptieren.
"Wir wollen uns nicht generell gegen Mieterhöhung aussprechen", sagt Andreas Berner vom Mieter-Forum. "Aber dass der Bauverein die 20 Prozent der gesetzlich erlaubten Mieterhöhung voll macht, gibt uns doch sehr zu denken." So sind in der Tat die Mieten von 2006 nach einer ersten Anhebung bis zur aktuellen Erhöhung um knapp 20 Prozent gestiegen. Betrug die Nettokaltpreismiete vor zwei Jahren noch 4,62 Euro pro Quadratmeter, ist sie nun nach der Mieterhöhung bei 5,52 Euro angelangt.
Um sich gegen diese Steigerung, die die Mieter aus dem Forum als "Mietwucher" bezeichnen, zu stemmen, wollen sie eine Mitgliederversammlung der Baugenossenschaft einberufen. "Da wir Mitglieder einer Baugenossenschaft sind, können wir mitbestimmen", formulieren die Mieter in ihrem Brief, in dem es zum Schluss heißt: "Kein Mitglied könnte demnach wegen ungerechtfertigter Mieterhöhungen aus seinem Stadtteil vertrieben werden! Zusammen sind wir stark!
Vorstand Thorsten Schulz ist enttäuscht, dass die Mieter nicht im Vorfeld das Gespräch mit dem Bauverein gesucht haben. Er hält an der geplanten und rechtlich abgesicherten Mieterhöhung fest, um auf einer soliden finanziellen Grundlage" in die Zukunft investieren zu können. "Wir wollen unseren Wohnungsbestand pflegen und modernisieren, ohne Mieterhöhung würde er langsam verfallen", sagt Schulz und weist darauf hin, dass der Bauverein in diesem Jahr 3,3 Millionen Euro und 2009 vier Millionen Euro in seinen Bestand investiert. Vor allem die anfallenden Schönheitsreparaturen, die nach Auszug eines Mitglieds vom Bauverein getragen würden, beliefen sich auf jährlich 400 000 Euro. Schulz überlegt hinsichtlich des Protestes selbstkritisch: "Wir müssen den Leuten noch deutlicher machen, dass das Geld 1:1 in den Bestand fließt." Schulz, der mittlerweile mit der Mieterinitiative im Dialog steht, legt Wert darauf, zu betonen: "97 Prozent unserer Mitglieder sagen, der Bauverein sei eine gut funktionierende Genossenschaft."
"Wir wollen uns nicht generell gegen Mieterhöhung aussprechen", sagt Andreas Berner vom Mieter-Forum. "Aber dass der Bauverein die 20 Prozent der gesetzlich erlaubten Mieterhöhung voll macht, gibt uns doch sehr zu denken." So sind in der Tat die Mieten von 2006 nach einer ersten Anhebung bis zur aktuellen Erhöhung um knapp 20 Prozent gestiegen. Betrug die Nettokaltpreismiete vor zwei Jahren noch 4,62 Euro pro Quadratmeter, ist sie nun nach der Mieterhöhung bei 5,52 Euro angelangt.
Um sich gegen diese Steigerung, die die Mieter aus dem Forum als "Mietwucher" bezeichnen, zu stemmen, wollen sie eine Mitgliederversammlung der Baugenossenschaft einberufen. "Da wir Mitglieder einer Baugenossenschaft sind, können wir mitbestimmen", formulieren die Mieter in ihrem Brief, in dem es zum Schluss heißt: "Kein Mitglied könnte demnach wegen ungerechtfertigter Mieterhöhungen aus seinem Stadtteil vertrieben werden! Zusammen sind wir stark!
Vorstand Thorsten Schulz ist enttäuscht, dass die Mieter nicht im Vorfeld das Gespräch mit dem Bauverein gesucht haben. Er hält an der geplanten und rechtlich abgesicherten Mieterhöhung fest, um auf einer soliden finanziellen Grundlage" in die Zukunft investieren zu können. "Wir wollen unseren Wohnungsbestand pflegen und modernisieren, ohne Mieterhöhung würde er langsam verfallen", sagt Schulz und weist darauf hin, dass der Bauverein in diesem Jahr 3,3 Millionen Euro und 2009 vier Millionen Euro in seinen Bestand investiert. Vor allem die anfallenden Schönheitsreparaturen, die nach Auszug eines Mitglieds vom Bauverein getragen würden, beliefen sich auf jährlich 400 000 Euro. Schulz überlegt hinsichtlich des Protestes selbstkritisch: "Wir müssen den Leuten noch deutlicher machen, dass das Geld 1:1 in den Bestand fließt." Schulz, der mittlerweile mit der Mieterinitiative im Dialog steht, legt Wert darauf, zu betonen: "97 Prozent unserer Mitglieder sagen, der Bauverein sei eine gut funktionierende Genossenschaft."
