Karin Brose präsentiert ihr neues Buch: "Survival für Lehrer"
Überleben im Schulalltag
Lisa BrudereckSinstorf. Wohl so ziemlich jeder Schüler kann heutzutage berichten, dass er schon einmal einen Lehrer im Unterricht hatte, der aufgrund...
Lisa Brudereck
Sinstorf. Wohl so ziemlich jeder Schüler kann heutzutage berichten, dass er schon einmal einen Lehrer im Unterricht hatte, der aufgrund seiner Kleidung, seiner Persönlichkeit oder seiner Art zu unterrichten nicht ernst genommen wurde. So eine Situation ist für Karin Brose, Studienrätin und Lehrerin an der Haupt- und Realschule in Sinstorf, nicht akzeptabel. "Ein Lehrer darf von Schülern niemals als lächerlich angesehen werden, sonst verliert er seine Glaubwürdigkeit und kann sich eventuell nicht mehr in der Klasse behaupten. Bricht ein Lehrer zum Beispiel weinend vor einer Klasse zusammen, hat er schon verloren."
Mit ihrem gemeinsam mit Wolfgang Pfaffe verfassten Buch "Survival für Lehrer" möchte Brose dazu beitragen, dass sich der heute häufig schlechte Ruf der Lehrer verbessert. "Der Lehrerberuf ist nicht so einfach, wie viele denken. Man muss sehr belastbar sein, um den Situationen standzuhalten, die auf einen zukommen", sagt die Studienrätin. Viele Leute glaubten, Lehrer sei ein toller Beruf keine langen Arbeitszeiten, trotzdem reichlich Ferien und arbeitslos könne man auch nicht werden. Es gebe tatsächlich Referendare mit einer solchen Einstellung, aber diese seien in diesem Beruf eindeutig falsch. In ihrem Buch beschreibt Brose, dass schon im Vorwege mehr aussortiert werden müsste. "Einen Referendar, der in seiner Prüfung eine Vier minus erhält, kann man auch genauso gut durchfallen lassen. Damit niemand umsonst studiert, muss vorher getestet werden, wer geeignet ist und wer nicht", so die Marmstorferin.
Lehrer sollten sich immer als Vorbilder für ihre Schüler präsentieren. Dazu gehörten auch angemessene Kleidung und Gepflegtsein. Mundgeruch, zu tiefe Ausschnitte und allzu abgetragene Hosen sollten für Lehrkräfte tabu sein. "Lehrer gelten nicht ohne Grund zu der am schlechtesten gekleideten Berufsgruppe", behauptet Brose. "Schulkleidung, wie wir sie in Sinstorf haben, kann also auch für Lehrer von Vorteil sein." Tätowierungen und Piercings als neue Modeerscheinung seien ebenfalls unter keinen Umständen tragbar. Über Geschmack lasse sich bekanntlich streiten, aber ein gewisser Blick für das Hier und Jetzt sollte vorhanden sein.
Ganz generell müsse man jedoch das gesamte Schulsystem überarbeiten. "Schulklassen sind meistens zu groß, und in Bildung investiertes Geld versackt, ohne bei den Kindern anzukommen", erklärt Brose. "Lehrer sind außerdem durch zu viel Bürokratie überlastet. Wir sollten uns ein Beispiel an Ländern wie Sachsen und Baden-Württemberg nehmen, wo ein Lehrer sich ganz auf seine Unterrichtsfächer konzentrieren kann, und nicht stundenlang in der Schlange stehen muss, um Arbeitsmaterial zu kopieren."
Die jüngsten Ergebnisse der Pisa-Bildungsstudie zeigen, dass im Osten und im Süden offenbar einiges besser funktioniert. Hamburg liegt bei der Studie auf dem vorletzten Platz. Nur Bremen schnitt noch schlechter ab.
Fest steht, es muss etwas geschehen und mit "Survival für Lehrer" wird es wieder einmal öffentlich ausgesprochen. Das Buch wird von Vandenhoeck & Ruprecht herausgegeben und ist für 16,90 Euro erhältlich.
Sinstorf. Wohl so ziemlich jeder Schüler kann heutzutage berichten, dass er schon einmal einen Lehrer im Unterricht hatte, der aufgrund seiner Kleidung, seiner Persönlichkeit oder seiner Art zu unterrichten nicht ernst genommen wurde. So eine Situation ist für Karin Brose, Studienrätin und Lehrerin an der Haupt- und Realschule in Sinstorf, nicht akzeptabel. "Ein Lehrer darf von Schülern niemals als lächerlich angesehen werden, sonst verliert er seine Glaubwürdigkeit und kann sich eventuell nicht mehr in der Klasse behaupten. Bricht ein Lehrer zum Beispiel weinend vor einer Klasse zusammen, hat er schon verloren."
Mit ihrem gemeinsam mit Wolfgang Pfaffe verfassten Buch "Survival für Lehrer" möchte Brose dazu beitragen, dass sich der heute häufig schlechte Ruf der Lehrer verbessert. "Der Lehrerberuf ist nicht so einfach, wie viele denken. Man muss sehr belastbar sein, um den Situationen standzuhalten, die auf einen zukommen", sagt die Studienrätin. Viele Leute glaubten, Lehrer sei ein toller Beruf keine langen Arbeitszeiten, trotzdem reichlich Ferien und arbeitslos könne man auch nicht werden. Es gebe tatsächlich Referendare mit einer solchen Einstellung, aber diese seien in diesem Beruf eindeutig falsch. In ihrem Buch beschreibt Brose, dass schon im Vorwege mehr aussortiert werden müsste. "Einen Referendar, der in seiner Prüfung eine Vier minus erhält, kann man auch genauso gut durchfallen lassen. Damit niemand umsonst studiert, muss vorher getestet werden, wer geeignet ist und wer nicht", so die Marmstorferin.
Lehrer sollten sich immer als Vorbilder für ihre Schüler präsentieren. Dazu gehörten auch angemessene Kleidung und Gepflegtsein. Mundgeruch, zu tiefe Ausschnitte und allzu abgetragene Hosen sollten für Lehrkräfte tabu sein. "Lehrer gelten nicht ohne Grund zu der am schlechtesten gekleideten Berufsgruppe", behauptet Brose. "Schulkleidung, wie wir sie in Sinstorf haben, kann also auch für Lehrer von Vorteil sein." Tätowierungen und Piercings als neue Modeerscheinung seien ebenfalls unter keinen Umständen tragbar. Über Geschmack lasse sich bekanntlich streiten, aber ein gewisser Blick für das Hier und Jetzt sollte vorhanden sein.
Ganz generell müsse man jedoch das gesamte Schulsystem überarbeiten. "Schulklassen sind meistens zu groß, und in Bildung investiertes Geld versackt, ohne bei den Kindern anzukommen", erklärt Brose. "Lehrer sind außerdem durch zu viel Bürokratie überlastet. Wir sollten uns ein Beispiel an Ländern wie Sachsen und Baden-Württemberg nehmen, wo ein Lehrer sich ganz auf seine Unterrichtsfächer konzentrieren kann, und nicht stundenlang in der Schlange stehen muss, um Arbeitsmaterial zu kopieren."
Die jüngsten Ergebnisse der Pisa-Bildungsstudie zeigen, dass im Osten und im Süden offenbar einiges besser funktioniert. Hamburg liegt bei der Studie auf dem vorletzten Platz. Nur Bremen schnitt noch schlechter ab.
Fest steht, es muss etwas geschehen und mit "Survival für Lehrer" wird es wieder einmal öffentlich ausgesprochen. Das Buch wird von Vandenhoeck & Ruprecht herausgegeben und ist für 16,90 Euro erhältlich.
