Was blüht denn da?

Das schmalblättrige Weidenröschen

Von Juni bis August ist die Wildblume unserer heutigen Folge an zahlreichen Stellen anzutreffen: das Schmalblättrige Weidenröschen.
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Das schmalblättrige Weidenröschen, fotografiert außerhalt von Harburg, kurz vor der Autobahnauffahrt Fleestedt.

Von Juni bis August ist die Wildblume unserer heutigen Folge an zahlreichen Stellen anzutreffen: das Schmalblättrige Weidenröschen. Es fällt durch einen einzigen aufrechten Stängel auf, an dem die Blüten in langer Traube angeordnet sind. Dass die Blume mit ihrem Namen an einen Baum erinnert, wird bei der Betrachtung ihrer Blätter deutlich: Sie ähneln deutlich denen der Weide. Und die Blüten haben, wenn man so will, eine gewisse Ähnlichkeit mit Heckenrosen.

Das Schmalblättrige Weidenröschen brachte es im 18. Jahrhundert zu einer gewissen Berühmtheit, die bis heute nicht vergessen ist: An dieser Pflanze entdeckte der deutsche Botaniker Christian Konrad Sprengel aus Brandenburg an der Havel 1790 die Fremdbestäubung. Der Mann war damals Lehrer - genau genommen Rektor des Gymnasiums von Spandau bei Berlin. Er widmete sich allerdings viel lieber seiner Leidenschaft für die Pflanzenwelt, was ihn schließlich den Arbeitsplatz kostete: Sprengel wurde - ungeachtet seiner Verdienste für die Botanik - wegen "Pflichtvergessenheit" entlassen!

Das Schmalblättrige Weidenröschen wächst in Wäldern ebenso wie auf Kahlschlägen. Letzteres führte dazu, dass es nach dem Zweiten Weltkrieg die zerbombten Flächen eroberte und in ein Hoffnung verheißendes Blütenmeer verwandelte. Vielerorts wurde das Schmalblättrige Weidenröschen deshalb auch als Trümmerblume bezeichnet. Heutzutage ist es häufig an Wegrändern auf magerem Boden anzutreffen.

Das Schmalblättrige Weidenröschen hat eine in unseren Breitengraden nicht ganz so häufig auftretende Schwester, das Rauhhaarige (auch: Zottige) Weidenröschen. Es unterscheidet sich auf den ersten Blick vom Schmalblättrigen, denn sein Hauptstängel hat mehrere Seitenäste, an deren Ende vereinzelte Blüten sitzen. Auch das Rauhhaarige Weidenröschen ist Botanikern schon sehr lange bekannt: Der Baseler Conrad Gesner zeichnete und beschrieb die Pflanze bereits im 16. Jahrhundert.