Im Schwarzbuch 2009 werden die Gremien der Stadt Winsen scharf kritisiert
Der Steuerzahler blecht für geflopptes Nena-Konzert
Laut Steuerzahlerbund wurde jeder zahlende Besucher mit 33,29 Euro bezuschusst.. Die Staatskassen sind leer. Trotzdem wird Jahr für Jahr Steuergeld...
Laut Steuerzahlerbund wurde jeder zahlende Besucher mit 33,29 Euro bezuschusst.
Von Claudius Ossig
Winsen . Die Staatskassen sind leer. Trotzdem wird Jahr für Jahr Steuergeld in Milliardenhöhe in den Sand gesetzt. 128 Fälle hat der Bund der Steuerzahler in seinem Schwarzbuch 2009 aufgelistet. Das "Nena"-Konzert vom 30. August 2008 auf dem Ex-Gartenschau-Gelände in Winsen findet dabei unrühmliche Erwähnung.
Von den erwarteten 5000 Besuchern hatten damals nur 1502 eine Eintrittskarte erworben (die HAN berichteten). Entsprechend gering waren die Einnahmen. "Das wirtschaftliche Risiko für die Durchführung der Rocknacht lag jedoch nicht bei dem privaten Veranstalter, sondern bei der Stadt Winsen. Denn zur finanziellen Absicherung etwaiger Verluste war die Stadt im Vorfeld eine Ausfallbürgschaft in Höhe von 50 000 Euro eingegangen", heißt es im Bericht. In Anbetracht eines Verlustes von mehr als 63 000 Euro sei demzufolge die Stadt zur Zahlung der vollen Bürgschaftssumme verpflichtet gewesen. Sie bezuschusste somit laut Steuerzahlerbund jeden zahlenden Besucher mit 33,29 Euro aus der Steuerkasse. Auch seien durch die "gefloppte Rocknacht" noch 600 bis 800 Euro Kosten der Verwaltung angefallen. "Besonders ärgerlich ist, dass die mit der Rocknacht befassten Gremien des Stadtrats wussten, dass von dieser Veranstaltung ein finanzielles Risiko für die Steuerzahler ausging, sie aber dennoch an der Durchführung festhielten", heißt es im Schwarzbuch. Geldverschwendung auch in Hamburg: Im Schwarzbuch werden unter anderem eine 20 000 Euro teure China-Reise einer Delegation des Bezirks Hamburg-Mitte und rund vier Millionen Euro für dynamische Spezialbeleuchtung erwähnt, wie sie unter anderem an der Schule Alte Forst in Eißendorf installiert wurde. Mit der besonderen Beleuchtung sollen Aufmerksamkeit und Konzentration der Schüler gefördert werden.
Der Bund der Steuerzahler kritisiert, dass die Wirkung nicht erwiesen sei. Die Installation koste je Klassenzimmer 5000 Euro mehr als herkömmliche Lampen. Außerdem sei der Stromverbrauch höher. Es wäre sinnvoller gewesen, die vier Millionen in die maroden Schulgebäude als in ein "vages Beleuchtungsvorhaben" zu stecken. Weitere Schwarzbuch-Fälle und Kommentar Seite 2
