Eis-Rettung DLRG Harburg nutzt den Frost für eine selten mögliche Standardübung
Lächeln im Neuländer Eis
Knapp unter 0 Grad Celsius, die Wassertemperatur liegt mit 3,6 Grad knapp darüber und schon seit Wochen ist der Neuländer See von einer stellenweise...
Von Florian Kleist
Neuland. Knapp unter 0 Grad Celsius, die Wassertemperatur liegt mit 3,6 Grad knapp darüber und schon seit Wochen ist der Neuländer See von einer stellenweise 30 Zentimeter Eisschicht bedeckt: Für die Mitglieder der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Harburg sind dies die perfekten Bedingungen "für einen festen Bestandteil unseres Ausbildungsprogramms, den wir nicht allzu oft trainieren können", so der Bezirkvorsitzenden Carsten Sanmann: die Eisrettung.
Ein Dutzend Harburger Rettungsschwimmer haben sich am Sonnabend an der Wasserski-Anlage des Neuländer Sees versammelt. Zwischen einigen der Sprungschanzen haben sie zwei Löcher ins Eis geschlagen, und immer wieder gleitet Holger Großmann durch eine der Öffnungen in das eiskalte Nass: "Der Neoprenanzug lässt nichts durch", sagt er und einzig seine Stimme wirkt dabei "cool". Die Profi-Retter der DLRG holen ihren Kollegen mit einem "Spineboard" aus dem Wasser: Dies ist eine in etwa mannshohe Plastiktrage, mit denen die Helfer auf dem Eis bis zu ihrem "Opfer" rutschen, und das sie ihm dann zuschieben. Auch ein Schlauchboot steht bereit. Da aber Sanmann natürlich weiß, dass normale Spaziergänger in der Regel weder ein "Spineboard" noch ein Schlauchboot bei sich führen, hat er auch einige praktische Tipps parat: "In erster Linie sollen sich Helfer natürlich nicht selbst in Gefahr bringen. Das Wichtigste ist, das Gewicht zu verteilen und nicht zu nah an das Einbruchloch zu gehen." Geeignete Hilfsmittel seien eine Leiter, ein Ast oder ein Seil, "das man dem Eingebrochenen zuwerfen kann". Ob als Retter oder risikofreudiger Spaziergänger sei es allgemein auf zugefrorenen Seen wichtig, dass eigene Gewicht zu verteilen, so Sanmann: "Wenn es knackt, sofort flach auf das Eis legen und zurück zum Ufer robben - auch wenn es blöd aussieht."
Bisher mussten die Helfer der DLGR in diesem Winter noch zu keiner Eisrettung ausrücken: Die Übung am Sonnabend war der bisher erste derartige Einsatz. Aber, so Sanmann: "Noch ist die Eisdecke ja auf den meisten Seen dick genug und hält. Wenn allerdings Tauwetter einsetzt, dann wird es sehr kritisch."
