Gemeinderat Grünes Licht für 30 Eigentumswohnungen - Argwohn um Investor
Ende der Film-Ära in Bendestorf
Das Ende von "Klein-Heide-Hollywood" ist besiegelt: Mit acht zu fünf Stimmen gab der Bendestorfer Gemeinderat am Dienstagabend in geheimer Abstimmung...
Von Christa-Maria Brockmann
Bendestorf. Das Ende von "Klein-Heide-Hollywood" ist besiegelt: Mit acht zu fünf Stimmen gab der Bendestorfer Gemeinderat am Dienstagabend in geheimer Abstimmung grünes Licht für die Umwandlung des Filmgeländes in ein Wohngebiet. In Mehrfamilienhäusern sollen maximal 30 Eigentumswohnungen entstehen.
Außerdem wurde die Verwaltung beauftragt, einen städtebaulichen Vertrag vorzubereiten. Darin werden die Leistungen und Erschließungen durch den Vorhabenträger festgelegt. Das Papier sei zwecks Beschlussfassung dem Verwaltungsausschuss vorzulegen. In der vorherigen Debatte hatte die Bendestorfer Wählergemeinschaft heftig gegen die Festlegung von Gebäudeart und Zahl der Wohnungen votiert. Derartige Details müssten zuvor mit den Bürgern besprochen werden. Mit seinem Beschluss hat der Rat die umstrittene Empfehlung des Bauausschusses abgemildert. Denn sowohl die Zahl der Häuser wie auch deren Höhe sind jetzt offen. Doch den Zuhörern waren auch die verbleibenden Vorgaben noch zu viel.
Bereits eine Stunde vor Beginn der Ratssitzung war nahezu die gesamte Ortsmitte zugeparkt. Mehr als 600 Dorfbewohner hatten per Unterschrift die "Bürgerinitiative (BI) Filmstudios" unterstützt, die sich gegen den Bau der zunächst angedachten drei "optisch viergeschossigen Wohntürme" wehrt. Der Andrang bei der Ratssitzung in Makens Huus war entsprechend groß.
Am Eingang hatten sich BI-Mitglieder mit Transparenten postiert. "Den Rat stoppen" - "Bendestorf retten - aber wie?" stand in schwarzer Schrift auf weißem Untergrund.
In der Fragestunde war die Stimmung entsprechend aufgeheizt. Empörte Bürger appellierten an den Rat, die "dorfschädlichen Pläne" fallen zu lassen. "Beachten Sie den Willen der Wähler", verlangte Einwohner Kai Schnebbe, "warum wird hier ein Bebauungsplan ohne jede Notwendigkeit in aller Eile durchgepaukt?" Scharfe Kritik übte er an Bürgermeister Bernd Wegener sowie den Ratsmitgliedern Karl-Heinz Pertek und Walter Ritter - sie hätten ihre Wahlaussage der Bendestorfer Wählergemeinschaft von 1996 für den Beibehalt der dörflichen Strukturen gebrochen. Wie berichtet, haben die drei genannten Abgeordneten inzwischen die Bendestorfer Wählergemeinschaft verlassen. Sie sitzen jetzt als "Unabhängige Gruppe" (UG) im Rat und halten 30 Wohnungen auf dem Filmgelände für angemessen.
Bürgermeister Bernd Wegener führte an, dass die Filmhallen marode und abrissreif seien. Wenn aus der Dorfmitte keine Ruinenlandschaft werden solle, müsse die Gemeinde jetzt handeln. Die Aufstellung eines Bebauungsplans, bei dem die Bürger selbstverständlich gehört würden, dauere erfahrungsgemäß länger. Außerdem brauche der Investor eine gewisse Planungssicherheit.
Große Überraschung: Wer auf dem Filmgelände bauen will, ist plötzlich offen. "In den Unterlagen für den Rat wird mal der Holm-Seppensener Architekt Heinrich-Hermann Blohm genannt, dann wieder ist vom Grundstückseigentümer Hans-Joachim Fink die Rede", stellte Peter Krämer (Bendestorfer Wählergemeinschaft) fest. "Als Vorsitzender des Bauausschusses ist mir somit völlig unbekannt, wer der Investor ist."
Auch während der Versammlung gab es darüber keine Klarheit. "Die Geheimniskrämerei macht uns hellhörig", meint Kerstin Kohlmus von der "Bürgerinitiative Filmstudios", "hoffentlich wird da nicht etwas gegen dieEinwohner gedreht!"
"Als Vorsitzender des Bauausschusses ist mir völlig unbekannt, wer der Investor ist."
