Was blüht denn da?
Erst in welkem Zustand ein Duftwunder
Waldmeister fühlt sich in schattigen Buchenwäldern am wohlsten. Entsprechend üppig ist er im Rosengarten-Forst und im Buchwedel bei Stelle zu finden.
Er fühlt sich in schattigen Buchenwäldern am wohlsten. Entsprechend üppig ist er derzeit im Rosengarten-Forst und im Buchwedel bei Stelle zu finden: der Waldmeister. Weil die Pflanze mit den typischen quirlständigen Blättern und den kleinen weißen Sternblüten hauptsächlich im Mai blüht, wird sie auch Maiblume oder Maikraut genannt. Weithin bekannt ist Waldmeister durch seinen Duft - den meisten Menschen allerdings ausschließlich in der synthetischen Variante. Den "Waldmeister-Geschmack" gibt es unter anderem bei einer Nachspeise namens "Wackelpeter" ("Götterspeise"), bei Brausepulver und bei Erfrischungsgetränken.
Die klassische Maibowle, die seinen Namen trägt, benötigt jedoch echten Waldmeister, um ihr typisches Aroma zu erhalten.
Seinen angenehm würzigen bis süßlichen Duft entwickelt das "Galium odoratum", das Duft (lat.: odor)-Labkraut (lat.: Galium), in der Natur erst, wenn es welkt. Die wichtigste Regel vor der Verwendung lautet deshalb: Nach dem Pflücken unbedingt für einige Stunden weglegen, damit es anwelken kann!
Waldmeister ist nicht nur durch seinen Duft bekannt, sondern auch als Heilkraut: Es enthält Cumarin, einen Blut verdünnenden Inhaltsstoff, der erst mit der Blüte auftritt und nur durch Alkohol gelöst werden kann. Deshalb sollten nur Waldmeister-Stängel ohne Blüten für eine Bowle Verwendung finden.
Hier ein Rezept der Landfrauen aus dem Kreis Harburg: Einen kleinen Strauß (ungefähr 15 angetrocknete Stiele mit Blättern, ohne Blüten) Waldmeister in trockenem, leicht erwärmtem Wein (eine Flasche) mit vier Esslöffeln Zucker ansetzen und mehrere Stunden an einem kühlen Ort ziehen lassen. Vor dem Servieren mit einer Flasche trockenem Sekt auffüllen. Mit und ohne Blüten eignet sich die Pflanze für Süßspeisen, gibt Mineralwasser, Apfelsaft, Milch und sogar Kuchen eine besondere Note.
Der Waldmeister hat übrigens eine ungeliebte Schwester: das Klettenlabkraut, das man leicht an seiner "Anhänglichkeit" erkennt: Es krallt sich überall fest - an Hundefell ebenso wie an Kleidung von Spaziergängern, die ihm zu nahe kommen. Doch auch dieses Kraut hat eine positive Seite: Seine langen Stängel lassen sich ohne Hilfsmittel zu einem Kranz winden. Mit Gänseblümchen dekoriert, stellt es einen schönen Frühlingstischschmuck dar.
