Gestern Abend Zum vierten Mal seit Oktober Blindgänger entschärft

Wilhelmsburg erneut im Bann der Bombe

Als Sprengmeister Peter Bodes um 20.38 Uhr die englische 1000-Pfund-Fliegerbombe entschärft hatte, überstanden die Wilhelmsburger zum vierten Mal...

Von Jan Schubert

Wilhelmsburg. Als Sprengmeister Peter Bodes um 20.38 Uhr die englische 1000-Pfund-Fliegerbombe entschärft hatte, überstanden die Wilhelmsburger zum vierten Mal seit Oktober 2009 eine kritische Situation mit einem Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg.

Die Bombe war um 11.32 Uhr bei Sondierungsarbeiten an der Rotenhäuser Straße entdeckt worden und führte erneut zu verkehrstechnischen Engpässen und logistischen Höchstleistungen auf der Elbinsel. Denn: Nicht nur die Wilhelmsburger Reichsstraße für den Autoverkehr sowie die Züge des Nah- und Fernverkehrs zwischen Harburg und dem Hauptbahnhof waren für 75 Minuten nicht verfügbar. Anders als bei den geglückten Entschärfungen von Fliegerbomben am 8. und 21.Oktober 2009 sowie am 21.Januar 2010 musste auch die parallel zur Reichsstraße verlaufende Georg-Wilhelm-Straße dicht gemacht werden. Die Konsequenz: Verspätungen im öffentlichen Nahverkehr und Geduldsproben für die Autofahrer.

Als heikel entpuppte sich der Bombenfund für die Bewohner zweier Alteneinrichtungen südlich der Fundstelle: Nach Auskunft der Sprecherin des Deutschen Roten Kreuzes, Tatjana Schütz, setzte die Hilfsorganisation 20 Fahrzeuge und 35 Mitarbeiter ein, um etwa 250 Personen aus der Altenwohnanlage am Wilhelm-Carstens-Weg zu evakuieren. Nach übereinstimmenden Angaben von Polizei und Feuerwehr sind in besagtem Gebiet 5000 Menschen gemeldet, Polizeisprecherin Ulrike Sweden bestätigte den HAN etwa 700 bis 1000 tatsächlich betroffene Personen, die gestern ab 14 Uhr aus dem Evakuierungsradius von 500 Metern gebracht werden mussten.

Wilhelmsburger sowie Einsatzkräfte hatten offensichtlich beim vierten Blindgänger innerhalb von sieben Monaten eine gewisse Routine: Gegen 18 Uhr war die Evakuierung abgeschlossen, gegen 19.15 Uhr bewegte sich der letzte Zug von Harburg gen Norden, die Straßen wurden gesperrt. Um 19.55 Uhr hatte Peter Bodes begonnen, die Bombe mit 220 Kilogramm Sprengstoff unschädlich zu machen - nach 43 Minuten war die Entschärfung bereits Geschichte. Feuerwehrsprecher Martin Schneider: "Das war total unproblematisch."