Strafantrag gegen Unbekannt gestellt
Skandal um Auffanglager Sandbostel
Sandbostel/Bendestorf. Obwohl er Träger des Weltfriedenspreises ist, kann Ivar Buterfas sehr zornig werden. Angesichts der Zustände im ehemaligen...
Obwohl er Träger des Weltfriedenspreises ist, kann Ivar Buterfas sehr zornig werden. Angesichts der Zustände im ehemaligen Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglager Sandbostel (Kreis Rotenburg) ist dem Ehrenpräsidenten des Förderkreises "Rettet St. Nikolai" jetzt der Kragen geplatzt: Der 71-jährige Bendestorfer, selbst ein Verfolgter des Nazi-Regimes, und der Vorstand des Vereins "Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel e.V." haben Strafantrag gegen Unbekannt gestellt, damit der "schleichende Abriss" der denkmalgeschützten Lager-Baracken in Sandbostel gestoppt wird.
Das Lagergelände, auf dem Tausende Gefangene durch Hunger, Seuchen, Erschöpfung und Gewalt ums Leben kamen, ist heute Gewerbegebiet. Die denkmalgeschützten Baracken, in denen während des Zweiten Weltkrieges Hunderttausende Menschen aus insgesamt 41 Nationen interniert waren, werden größtenteils als Lager für militärische Ramsch-Ware und als Schafställe genutzt. Einige Baracken sind vollgestopft mit Müll. "Es ist ein Skandal, dass diese Zustände offenkundig von Behörden geduldet werden", sagt Buterfas.
Er werde sich mit "aller Kraft" dafür einsetzen, dass das ehemalige Lager "endlich zu einem Ort des stillen Gedenkens und der Trauer, der Dokumentation, Forschung und Lehre und der Versöhnung wird", betont Buterfas.
Bei einer Gedenkfeier anlässlich des 59. Jahrestages der Befreiung des "Stalag XB" durch die Engländer wird der Bendestorfer am Donnerstag, 29. April, vor der evangelischen Lagerkirche in Sandbostel als offizieller Redner zu den internationalen Gästen und hohen Repräsentanten der Politik sprechen. Buterfas wird dann auch die neuen Pläne für eine "würdige" Gedenk- und Dokumentationsstätte in Sandbostel vorstellen.
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