Buterfas forciert Aktion für Sandbostel
Großes Engagement für KZ-Gedenkstätte
Im Streit um eine Dokumentations- und Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers Sandbostel (Kreis Rotenburg)...
Im Streit um eine Dokumentations- und Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers Sandbostel (Kreis Rotenburg) formiert sich eine breite Front von Unterstützern des Projekts. Das ist gestern bei einer ersten internationalen Konferenz zum Thema Sandbostel im Gewölbe der Gedenkstätte St. Nikolai in Hamburg deutlich geworden. Diese hatte der Weltfriedenspreisträger Ivar Buterfas aus Bendestorf initiiert.
Während sich die Kommunalpolitiker vor Ort weiterhin gegen die Errichtung einer Gedenkstätte auf dem früheren Lager-Gelände wehren, unterstützt der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, Sigmar Gabriel, die Einrichtung einer Gedenkstätte am historischen Tatort. "Geld dafür wäre sicherlich vorhanden", sagte Gabriel gestern vor zahlreichen Vertretern des Konsularkorps und Künstlern in Hamburg. Die Gedenkstätte gehöre genau dort hin, wo "Menschen gelitten haben und wo sie gestorben sind".
Im Lager Sandbostel waren während des Zweiten Weltkriegs rund eine Million Menschen aus mehr als 40 Nationen inhaftiert gewesen. Etwa 50 000 Gefangene fanden dort den Tod. Das frühere Lager-Gelände ist heute ein Gewerbegebiet. Die denkmalgeschützten ehemaligen Gefangenen-Baracken sind dem Verfall preisgegeben. Dabei handelt es sich bei Sandbostel nach Einschätzung namhafter Historiker europaweit um das bedeutendste noch vorhandene Ensemble eines Gefangenenlagers aus der NS-Zeit. "Dass dieser Skandal endlich an die Weltöffentlichkeit gekommen ist, ist der Verdienst meines Freundes Ivar Buterfas", betonte der Schriftsteller und Holocaust-Überlebende Ralph Giordano.
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