Helgoland Weber sieht Absage gelassen

"Die Idee ist noch nicht vom Tisch"

"Man kann so ein Projekt nicht gegen die Bevölkerung machen", sagt Arne Weber. Der Harburger Bauunternehmer und Channel-Pionier reagiert entspannt...

Von Andrea Seliger

Harburg/Helgoland. "Man kann so ein Projekt nicht gegen die Bevölkerung machen", sagt Arne Weber. Der Harburger Bauunternehmer und Channel-Pionier reagiert entspannt auf die Absage der zuständigen Lenkungsgruppe an seine revolutionäre Idee, die Helgoländer Hauptinsel durch Landaufschüttung wieder mit der Düne zu verbinden und ein modernes Seebad daraus zu machen. Das hätte Gäste anlocken sollen - aktuell sinkt die Besucherzahl ständig. Für Weber ist die Entscheidung des Lenkungsausschusses allerdings noch nicht das letzte Wort in der Sache: "Ich glaube, dass die Idee noch lange nicht vom Tisch ist". Im Herbst wird auf der zum Kreis Pinneberg gehörenden Insel ein neuer Gemeinderat gewählt.

Warum der Lenkungsausschuss das Projekt, das seit zwei Jahren im Gespräch ist, nun abgelehnt hat, darüber kann Weber zum jetzigen Zeitpunkt nur spekulieren: Er vermutet Veränderungsängste bei der überwiegend älteren Bevölkerung und Furcht vor einer Konkurrenz durch neue Hotels. Doch er ist sich sicher, dass dies nicht alle so sehen: "Über die Hälfte ist dafür". Mit dem Projekt würde auch eine Zukunftsperspektive für jüngere Leute geschaffen, die zurzeit nur abwandern könnten.

Ein Entwicklungsgutachten hatte der Insel einen raschen Niedergang vorausgesagt, falls nicht massiv in touristische Infrastruktur investiert werde.Durch Webers Projekt hätte sich die verfügbare Fläche Helgolands von 1,7 auf etwa 2,7 Quadratkilometer vergrößert. Die Insel war bei einer Sturmflut im Jahr 1721 geteilt worden. Heute leben auf der Hauptinsel 1500 Menschen, 2400 Gästebetten stehen zur Verfügung.

"Im Mai ist die Zahl der Tagesgäste wieder um acht Prozent gesunken", weiß Weber, dessen Familie Helgoländer Wurzeln hat, der auf der Insel ein Hotel betreibt und dessen Baufirma dort ständig aktiv ist. "Kleine Maßnahmen werden dagegen nicht helfen", ist er überzeugt und meint: "Auf Helgoland muss etwas Spektakuläres geschehen, sonst kriegt man das Ruder nicht herumgerissen." Allein die Diskussion über sein Projekt habe schon viel Aufmerksamkeit erzeugt und Leute dorthin gelockt. Wenn es andere Ideen gebe, werde er die gern unterstützen - wichtig sei, dass es bergauf gehe: "Ansonsten wird es ein Museumsdorf".