Halbleiter-Unternehmen Teile der Produktion verlagert - 250 Mitarbeiter wechseln nach Lokstedt

Standort Hausbruch wird geschlossen

Das Halbleiter-Unternehmen NXP gibt den Standort Hausbruch auf. Zum Jahresende soll ein neuer Investor das ehemalige Philips-Entwicklungszentrum an...

Von Wolfgang Becker

Hausbruch. Das Halbleiter-Unternehmen NXP gibt den Standort Hausbruch auf. Zum Jahresende soll ein neuer Investor das ehemalige Philips-Entwicklungszentrum an der Georg-Heyken-Straße übernehmen. Um wen es sich dabei handelt, ist noch nicht bekannt. Die 250 Mitarbeiter, überwiegend tätig in der Entwicklung von Halbleiter-Chips für die Bereiche Automobil (zum Beispiel für Wegfahrsperren und ABS-Steuerungen) und Identifikation (Chips für Kreditkarten und Pässe), werden nach Lokstedt verlegt. Eine nicht näher genannte, aber dem Vernehmen nach niedrige Zahl von Mitarbeitern mit Zeitverträgen wird nicht weiter beschäftigt.

NXP Semiconductors zählt zu den drei größten Chip-Herstellern in Europa. Der Hauptsitz ist in den Niederlanden. NXP ging 2006 aus dem Philips-Konzern hervor. Hauptsitz der NXP Semiconductors Germany GmbH ist Hamburg. Insgesamt arbeiten in Deutschland 1800 Mitarbeiter.

2008 kündigte NXP ein weltweites so genanntes Redesign-Programm an, um die finanzielle Situation in einem angespannten Markt zu verbessern. In der Folge wurde auch Produktion von Hamburg ins Ausland verlagert - unter anderem wird jetzt verstärkt in Singapur gefertigt. Sprecherin Birgit Ahlborn: "Dadurch sind jetzt Räume in Lokstedt frei geworden, sodass wir unsere Aktivitäten dort bündeln können." Insgesamt fallen in Hamburg durch das Redesign-Programm rund 800 Stellen weg - hauptsächlich in Lokstedt. Der Stellenabbau sei überwiegend durch freiwillige Aufhebungsverträge erfolgt, so das Unternehmen. Weltweit gehen rund 4500 Jobs verloren. NXP will dadurch rund 550 Millionen US-Dollar pro Jahr sparen. Die Restrukturierung schlägt mit rund 800 Millionen Dollar zu Buche. Das Werk in Lokstedt konzentriert sich heute auf die Produktion von Standard-Transistoren und -Dioden, der Großteil der anderen Bauteile wird jetzt in den Niederlanden und in Singapur gefertigt. Weltweit arbeiten in mehr als 25 Ländern rund 27 000 Menschen für NXP. 2009 lag der Umsatz bei 3,8 Milliarden US-Dollar.