Diskussion zum Rathausumbau Tostedter wollen ihre Polizei im Ort behalten

Eine eindeutige Botschaft

. Die Botschaft war eindeutig: Die Tostedter wollen ihre Polizei mitten im Ort behalten. Das haben annähernd 350 Bürger am Mittwochabend im...

Von Edith Lund

Tostedt . Die Botschaft war eindeutig: Die Tostedter wollen ihre Polizei mitten im Ort behalten. Das haben annähernd 350 Bürger am Mittwochabend im "Meierhof" in einer Diskussionsveranstaltung unmissverständlich deutlich gemacht. Zum wiederholten Mal ging es dort um das Thema Erweiterung und Umbau des Rathauses, um dort künftig auch die Polizei unterbringen zu können. Die Ordnungshüter sind nach Schimmelbefall ihrer Wache am Elsterbogen seit anderthalb Jahren vorübergehend in einem für ihre Zwecke viel zu kleinen Einfamilienhaus gegenüber vom Verwaltungsgebäude untergebracht und suchen händeringend nach einem neuen Quartier in der Nähe.

Erstmals wurde an dem Abend öffentlich die Frage gestellt, ob ein Gebäude direkt neben dem Rathaus die passende Lösung darstellen könnte, und zwar die große Jugendstilvilla des Architekten Manfred Steuer in der Schützenstraße 22. Wie berichtet, wollte das Ehepaar Steuer dort ursprünglich gemeinsam mit anderen Menschen das erste Senioren-Wohngemeinschaftsprojekt des Landkreises realisieren. Das Projekt scheitertejedoch (Siehe nebenstehenden Hintergrund). Samtgemeindebürgermeister Dirk Bostelmann (CDU) bestätigte, dass die Kommune ein Kaufangebot erhalten habe. Zwar habe man bereits 800 Quadratmeter des großen Villen-Grundstücks erworben, sagte der Christdemokrat. Den Erwerb des Hauses habe er jedoch nach Rücksprache mit dem Denkmalschutzamt verworfen. Der Grund: "Für die Unterbringung der Polizei wären erhebliche Umbaumaßnahmen erforderlich, die die Behörde als höchst problematisch bezeichnet."

Bostelmann deutete in der Versammlung an, dass er dieser Tage - so wörtlich - "viele nicht vermietbare Immobilien" angeboten bekommen habe: "Sie würden aus dem Staunen nicht rauskommen." Da Immobiliengeschäfte vertraulich seien, dürfe er dazu zwar keine weiteren Angaben machen, erklärte der Samtgemeindebürgermeister. Er äußerte sich jedoch irritiert darüber, dass einige der Immobilienanbieter ebenfalls zu den mehr als 6000 Unterzeichnern der Forderung nach einer Abkehr vom geplanten Rathausum- und Erweiterungsbau gehörten. Ein Umzug der Polizei an die Peripherie des Ortes komme für die Ratsmehrheit und auch für ihn nicht in Frage, machte der CDU-Kommunalpolitiker und Verwaltungschef deutlich. Seine Äußerung, wonach die Polizei im Ortskern bleiben müsse und nicht wieder (wie beim Elsterbogen) an den Ortsrand gedrängt werden dürfe, war an diesem Abend seine einzige Bemerkung, die mit kräftigem Beifall quittiert wurde. Ansonsten hatten Dirk Bostelmann und sein Stellvertreter Stefan Walnsch sowie die Befürworter des Rathausum- und Erweiterungsbaus einen unverändert schweren Stand, so dass auch an diesem Abend die Frage umstritten blieb, ob es wirklich erforderlich sei, zur Realisierung der Ideallösung - Unterbringung am Rathaus - auch neue Räumlichkeiten für Teile der Kommunalverwaltung zu schaffen. Die Befürworter einer solchen Kopplung - die Mehrheit des Samtgemeinderates und die Verwaltung - blieben erwartungsgemäß bei ihrem Ja und die Gegner bei ihrer Ablehnung, weil sie eine unverantwortlich hohe Verschuldung der Samtgemeinde befürchten und die bestehenden Büros im Rathausanbau für ausreichend halten.

Am Donnerstag, 17. Juni, steht das Thema Rathausumbau auf der Tagesordnung der Samtgemeinderatssitzung. Sie beginnt um 19 Uhr im Hotel "Zum Meierhof".