Vahrendorf: Drei Tiere für Osnabrück

Wölfe fangen für ein neues Rudel

Drei junge Europäische Wölfe sind gestern vom Vahrendorfer Wildpark Schwarze Berge auf die Reise nach Osnabrück geschickt worden. Dort sollen sie in...

Drei junge Europäische Wölfe sind gestern vom Vahrendorfer Wildpark Schwarze Berge auf die Reise nach Osnabrück geschickt worden. Dort sollen sie in einem gerade eingeweihten Gehege den Grundstock für ein neues Wolfsrudel bilden.

Bevor die drei im vergangenen Mai geborenen männlichen Tiere in die Transportkisten gesteckt werden konnten, mussten Tierarzt Dr. Hartmut Müller sowie die Tierpfleger Werner Koby, Stefan Simdon, André Hofer, Bodo Elbrandt und Lars Erichsen die jungen Wölfe allerdings erst einmal aus einer engen Erdhöhle herausbekommen, in die sie sich verkrochen hatten.

Die schwierige Aufgabe wurde mit vereinten Kräften und einigem Geschick gelöst: Während seine Helfer mit Handstrahlern und Taschenlampen den rund vier Meter tiefen Bau ausleuchteten, zielte Dr. Müller mit seinem Narkose-Gewehr auf die Wölfe. "Die Trefferfläche ist in dieser Position sehr klein, weil die Pfeile mit dem Betäubungsmittel möglichst nicht den Kopf treffen sollen", erläuterte Dr. Müller.

Der Tierarzt bewies wieder einmal eine ruhige Hand. Die Narkose-Pfeile saßen. Nacheinander konnten die Tierpfleger die noch namenlosen Wölfe mit einer langen Stange, an deren Ende eine Fangschlinge befestigt war, aus der Höhle ziehen. Die betäubten Jungtiere wurden auf einen Tisch gelegt, von Dr. Müller untersucht, gegen Tollwut, Staupe sowie einige andere Krankheiten geimpft und entwurmt. Jedem Tier wurde dann noch ein Mikrochip unter die Haut gespritzt, um es später 100-prozentig identifizieren zu können. "Die Wölfe sind alle in einem guten Zustand", sagte Dr. Müller bei der Übergabe der Transportkisten an Zooinspektor Hans-Jürgen Schröder vom Zoo Osnabrück.

Bisher hatten die Altwölfe im Wildpark Schwarze Berge jedes Jahr für Nachwuchs gesorgt. Das sollen ihre Nachkommen nun in Osnabrück.