Gymnasium Winsen
Juneau – Eine Stadt in der Wildnis
Wer in Juneau lebt, der ist darauf eingestellt, dass man das Auto meistens zu Hause stehen lässt. Zu der Hauptstadt von Alaska kann man nur mit dem Schiff oder mit dem Flugzeug hinkommen. Juneau ist umgeben von Bergen, einem Regenwald und dem Meer, genauer gesagt dem Golf von Alaska.
Rund um die Stadt gibt es sehr viele Wanderwege, die zwischen den Gletschern hindurchführen. Auf diesen Wanderwegen finden im Winter jährlich Hundeschlittenrennen.
In Juneau leben ungefähr 31000 Menschen, von denen nicht wenige Indianer der Stämme der Tlingit sind. Ein ehemaliger Häuptling von einem dieser Indianerstämme hatte einen nicht geringen Anteil an der Entstehungsgeschichte der Stadt, nämlich der Häuptling Taowee. Er hörte von Gerüchten, dass es in der Nähe seines Stammesgebietes Gold geben solle. So beauftragte er einen Großbauunternehmer, Männer loszuschicken, die dann die Gegend nach Gold absuchen sollten. Als Gegenleistung versprach er ihm einen großzügigen Anteil an dem Gewinn. Der Bauunternehmer schickte die beiden Männer Richard T. Harris und Joseph Juneau los. Die beiden suchten die Gewässer ab und fanden einige Goldkrümel. Dieses Gewässer heißt heute Gold Creek. Die beiden zogen allerdings wieder ab, ohne nach der Quelle des Gewässers zu suchen. Aber sie wurden wieder losgeschickt und fanden am 3. Oktober1880 eine Goldader, woraufhin sie eine 65 Quadratkilometer große Fläche absteckten, die sie Harrisburg nannten. Später wurde die Stadt in Juneau umbenannt. Heute stehen zwei Statuen der Gründer der Stadt vor der Stadt.
Nachdem der Goldfund bekannt wurde, kamen immer mehr Goldsucher nach Juneau und die Stadt wurde von einem saisonalen, indianischen Fischerdorf zu einem der Knotenpunkte einer groß angelegten Bergbauindustrie. Die Berge ringsum wurden in zwei große Hauptminen und mehrere kleine unterteilt, von denen die meisten aber während des zweiten Weltkrieges geschlossen wurden, vor allem weil sie 1943 von einer Flutwelle überschwemmt wurden. 1945 wurde der Rest der Minen geschlossen und nun musste ein neuer Arbeitsschwerpunkt gefunden werden, weswegen eine große Gas-Pipeline gebaut wurde, aber heute ist der größte Arbeitgeber die Tourismusindustrie.
In Juneau herrscht eine Jahresmitteltemperatur von 4,5°C. Für den nördlichsten Bundesstaat der USA Alaska ist das ein sehr mildes Klima, denn im Winter ist die tiefste Temperatur nicht sehr viel tiefer als in Deutschland. Der Monat mit der tiefsten Durchschnittstemperatur ist der Januar mit -3,8°C. Die Niederschlagssumme beträgt ungefähr 1390 Millimeter, von denen am meisten im Herbst runterkommt. Die Stadt liegt nur drei Meter über dem Meeresspiegel.
Eine berühmte Tochter der Stadt ist Hilary Lindt. Sie war eine Alpin-Skiläuferin und ist 1969 geboren. Sie hat einen Weltmeis-terschaftstitel gewonnen, drei Siege im Weltcup errungen und hat zweimal bei Olympia teilgenommen. Sie musste ihre Karriere aber vorzeitig beenden, da sie sich einen Seitenbandriss zuzog. Eine weitere berühmte Person der Stadt ist Bill Ray. Er hat das Rathaus mit einem riesigen Wandgemälde versehen, das die Entstehungsgeschichte der Tlingit-Indianer darstellt.
In de Nähe der Stadt, etwas weiter südlich, liegt der Tongass-National-Forest, welcher ein gemäßigter Regenwald ist, der vom Staatsbaum Alaskas, der Sitka-Fichte, dominiert wird. Ein gemäßigter Regenwald ist kühler als normale Regenwälder und hat einen geringeren Arten- und Pflanzenreichtum. Zum Beispiel Schwarzbären, Stachelschweine und Murmeltiere, die aber auch regelmäßig in der Stadt gesichtet werden. In dem Kanal zwischen der Stadt und Douglas Island, die direkt zwischen dem Festland und dem Meer liegt, gibt es sehr viele Seehunde und gelegentlich auch Buckelwale. An Flüssen und Bächen wiederum gibt es sehr viele Adler, besonders den Weißkopfseeadler.
An Sehenswürdigkeiten gibt es in der Stadt einige. Zum einem die oben schon genannten Statuen der Gründer der Stadt. Zum anderen gibt es auch noch das Governor’s House, in dem schon seit der Gründung der Stadt der Gouverneur lebt, und seit Juneau auch die Hauptstadt Alaskas ist, ist dort auch der Regierungssitz. Im Alaska State Museum, das es seit 1900 gibt, gibt es 27000 gesammelte Objekte. Das Museum sammelt Objekte, die für das Land von Bedeutung sind, aber inzwischen betreibt es auch Bildung und Forschung. Es gibt auch einen Tempel, den Scottish Rite Temple, der eine sehr außergewöhnliche architektonische Struktur aufweist. Dann gibt es noch das Municipal Building, von dem seit mindestens einem Jahrhundert erzählt wird, dass es dort spukt. Es wurde 1894 gebaut und ist heute ein Museum und ein Einkaufszentrum. Es gibt auch ein paar Hotels, die alle sehr schön sind.
Eine Reise nach Juneau ist auf jeden Fall sehr sehenswert!
